Gegenstände zerschlagen und die Zerstörung durch Stempel bestätigen: alles amtlich.

Foto: Galerie C.König
Die Sommerausstellung des Bregenzer Kunstvereins zeigt Werke aus dem Grenzbereich zwischen Kunst und Kitsch, Abbild und Zerrbild. Unter dem Titel Go Between loten 25 Künstler die Mitte zwischen "einerseits" und "andererseits" aus. Etwa: Kann Porno Kunst bedeuten? Das Video "Don Giovanni II" von Klaus Pobitzer zeigt eine Aktion, bei der sich drei Frauen vor wechselndem Publikum ausziehen. Eine zweifach billige Produktion: Da wird aus einem schlechten Happening ein schlechter Film gemacht. Vis-à-vis flackert ein guter Film in grauslicher Qualität: "Le Jeu avec le Feu" (1974) von Alain Robbe-Grillet. Diesen Angriff auf die Kunst hat kein Künstler zu verantworten, den haben die Kuratoren Wolfgang Fetz und Peter Lewis inszeniert. Da gibt es auch Sachen, von denen Klein-Mäxchen behaupten würde, das sei aber echte Kunst. Etwa die Druckgrafiken "After our Time. Covers for a small Library." von Goshka Macuga: Sie bildet historische Buchdeckel penibel und detailgenau ab. Ebenso naturalistisch und "schön" die Fotos von Rut Blees Luxemburg und die Ölbilder von Wolfe Lenkiewicz. Zu "schön"? Zu perfekt? (mh/DER STANDARD, Printausgabe, 02.08.2005)