Kirkuk - Immer mehr Kurden kehren nach Kirkuk zurück, von wo sie unter dem gestürzten Staatschef Saddam Hussein vertrieben wurden. Tausende begannen am Dienstag mit der offiziellen Registrierung als Einwohner der nordirakischen Stadt. Kurdische Kommunalpolitiker haben Angehörige ihrer Volksgruppe aufgefordert, sich polizeilich anzumelden, um den Kurden eine klare Mehrheit in Kirkuk und der umliegenden Provinz zu sichern.

Der Aufruf erfolgte angesichts der laufenden Verhandlungen über eine neue irakische Verfassung, die aller Wahrscheinlichkeit einen föderalen Staat propagieren wird. Die Kurden versprechen sich davon eine weit gehende Selbstverwaltung im Norden des Landes und wollen die an Erdöl reiche Provinz Kirkuk mit in ihre Region einbeziehen. Dies wird von arabischen und türkisch-stämmigen Irakern ebenso abgelehnt wie von der Regierung in Ankara.

Unter Saddam Hussein wurden in den 80er Jahren etwa 80.000 Kurden aus der Gegend von Kirkuk vertrieben. Sie ließen sich zumeist in den Städten Erbil und Sulaimaniya nieder, die heute zum Kerngebiet der Kurden gehören. (APA/AP)