Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: EPA/ROBERT VOS
Während der Frauenanteil unter den Studierenden ständig anwächst, wird nach wie vor keine einzige Uni von einer Rektorin geführt. Auch innerhalb der Strukturen der Universität gilt: Je höher in der Hierarchie desto weniger Frauen. So waren im Jahr 2004 von den 1.605 ProfessorInnen österreichweit gerade einmal 114 Frauen. Um die Anzahl der Professorinnen zu erhöhen hat nun das Bildungsministerium ein Programm mit dem Titel "exzellentia" neu aufgelegt, das Unis mit einer "Prämie" dazu motivieren soll, mehr Professorinnen anzustellen. 33.880 Euro winken den Unis für jede Professur, die mit einer Frau besetzt wird. An der Uni Wien begrüßt man das Programm: "Das ist prinzipiell ein guter Anreiz", meint Sylwia Bukowska, Mitarbeiterin im dortigen Referat Frauenförderung und Gleichstellung im Gespräch mit derStandard.at/Uni. Allerdings befürchtet sie, dass die Universitäten in den Ruf geraten könnten, die Frauen nur wegen des Geldes einzustellen. "Dieses Vorurteil wäre aber absurd. Es gibt viele qualifizierte Frauen. Entscheidungskriterium für die Anstellung muss die Qualifikation sein, nicht das Geld", betont Bukowska.

Strukturen über Jahrhunderte geprägt

Dass es für Frauen so schwierig ist, in höhere Hierarchieebenen an der Uni aufzusteigen, führt sie auf die Strukturen der Unis zurück. "Diese wurden über Jahrhunderte geprägt, die Prozesse von Generation zu Generation weitergegeben - und Frauen waren über lange Zeit hinweg kein Teil davon", analysiert sie. Um Veränderungen zu erwirken, müsse man Bewusstsein für die Geschlechterungerechtigkeiten schaffen - vor allem aber auch in der Leitungskultur der Uni.

Insgesamt verändere sich die Geschlechterstruktur der Universitäten nur langsam: "Der Frauenanteil steigt nur ganz leicht, das ist ein sehr langsamer Prozess - in hohen Positionen noch langsamer, eigentlich gar nicht spürbar" bedauert Bukowska. Aus diesem Grunde sei das Programm auch sinnvoll und an die Situation angepasst, weil es für die höchsten Positionen - die Professuren - konzipiert ist.

"Relaunch"

Das Programm war bereits im Januar unter dem Titel "professorinnen x 2" vorgestellt worden. "'Exzellentia' ist ein Relaunch, weil wir haben immer wieder Rückmeldungen bekommen haben, dass der Titel "Professorinnen mal Zwei" nicht adäquat war. Der Begriff "exzellentia" ist den Zielen den Programms dienlicher", erklärt Ronald Zecha, Pressesprecher von Ministerin Elisabeth Gehrer (V), die Umbenennung.

Außer dem Namen gibt es aber noch einen weiteren Unterschied: Im Januar war noch von einem Betrag von 50.000 Euro die Rede. "Das war ein gerundeter Betrag", erklärt Zecha, unterstreicht aber zugleich, dass das Geld lediglich ein Anreiz sein soll: "Keine Uni wird wegen des Geldes allein eine Frau anstellen. Aber vielleicht sehen sie bei den Bewerbungen ein bisschen genauer hin, ob nicht eine Frau auch die Qualifikationen erfüllt." Das Ministerium will mit dem Programm erreichen, den Frauenanteil unter den ProfessorInnen bis 2010 zu verdoppeln. Eine Chance dies auch zu erreichen sieht man darin, dass in den nächsten fünf Jahren 40 Prozent der ProfessorInnen in Pension gehen. (3.8.2005)