Rom/Brüssel - Die italienischen Justizbehörden werden spätestens am 17. August über die Auslieferung des mutmaßlichen Londoner Bombenlegers Hamdi Issac nach Großbritannien entscheiden. Dies wurde vom römischen Untersuchungsrichter Domenicomassimo Miceli am Donnerstag beschlossen. Am Mittwoch waren aus London die Dokumente mit dem Auslieferungsantrag eingetroffen.

Der Brite äthiopischer Herkunft ist wegen Beteiligung an einer terroristischen Verschwörung und Besitzes gefälschter Dokumente angeklagt. Issac, der in Großbritannien unter dem Namen Osman Hussain lebte, war am Freitag in Rom festgenommen worden. Sein Bruder war in der lombardischen Stadt Brescia festgenommen worden. Er bleibt in Untersuchungshaft, hieß es aus Justizkreisen am Mittwoch.

Zündung zugegeben

Nach Angaben seiner Anwältin Antonietta Sonnessa hat Issac eingeräumt, am 21. Juli eine Bombe in der Londoner U-Bahn-Station Shepherd's Bush gezündet zu haben. Er habe aber sicher gestellt, dass dabei niemand verletzt oder getötet werde. Gegen die Anklage werde sie Einspruch einlegen, sagte Sonnessa am Montag.

Am 21. Juli waren in London Sprengsätze in drei U-Bahn-Stationen und einem Bus explodiert, Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Die Anschlagsserie erinnerte an die Selbstmordattentate vom 7. Juli, die neben den Tätern 52 weitere Menschen das Leben kosteten.

Frattini erfreut über Datum für Auslieferungs-Entscheidung

Der EU-Innen- und Justizkommissar Franco Frattini hat am Donnerstag begrüßt, dass Rom ein Datum für die Entscheidung über die Auslieferung des mutmaßlichen Londoner Bombenlegers Issac Hamdi festgesetzt hat. Diese sei eine "gute und wichtige Nachricht". Das römische Berufungsgericht soll am 17. August entscheiden ob der Mann nach Großbritannien ausgeliefert wird.

Die "zeitgerechte und schnelle Entscheidung des Berufungsgerichts" sei ein Beweis für die strategische Bedeutung der neuen juristischen Instrumente der EU, wie etwa der europäische Haftbefehl, so Frattini in einer Pressemitteilung. Dieser bestätige in einer schwierigen Zeit der EU, wie jetzt nach den Bombenanschlägen in London am 7. und am 21. Juli, den wirklichen "Mehrwert" der europäischen Aktivitäten. Europa spiele endlich seine Rolle, so Frattini. (APA)