Nairobi/New Site - Der kenianische Umweltminister Kalonzo Musyoka hat vorgeschlagen, dem am Samstag bei einem Flugzeugunglück getöteten sudanesischen Vizepräsidenten und früheren Rebellenchef John Garang postum den Friedensnobelpreis zu verleihen. Zusammen mit Garang sollten dieses Jahr auch der sudanesische Vizepräsident Ali Osman Taha und der kenianische General im Ruhestand, Lazaro Sumbweiywo, mit dem Preis ausgezeichnet werden.

Alle drei hätten sich bei den Verhandlungen zur Beendigung des langjährigen Bürgerkrieges im Sudan verdient gemacht. Das entsprechende Friedensabkommen war im Jänner in der kenianischen Hauptstadt Nairobi unterzeichnet worden. Es beendete nach 21 Jahren einen Bürgerkrieg mit mehr als 1,5 Millionen Toten und vier Millionen Vertriebenen.

US-Gesandte zu Gesprächen im Süden

Inzwischen sind zwei Gesandte der US-Regierung zu Gesprächen mit dessen Nachfolger Salva Kiir in den Süden des Sudan gereist. Der US-Sondergesandte für den Sudan, Roger Winter, und die auf Afrika spezialisierte US-Diplomatin Constance Newman trafen am Sitz der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM) in dem Ort New Site ein, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch berichtete. Kiir rief anschließend "die ganze sudanesische Bevölkerung" auf, die seit Montag anhaltenden Ausschreitungen zu beenden.

Die beiden US-Diplomaten sprachen auch Garangs Witwe Rebecca ihre Anteilnahme aus. Sie wollen im Auftrag Washingtons ein Zusammenbrechen des im Januar abgeschlossenen Friedensabkommens zwischen der Regierung in Khartum und der SPLM verhindern. (APA)