Die EU-Kommission vergibt 1 Mrd. Euro für 276 Forschungsprojekte im Bereich Telekommunikation und Informationstechnologie. Die Summe ist zwar eine der größten, die in der EU-Forschung bisher auf einen Schlag vergeben wurde, allerdings "wegen fehlender Finanzmittel auf europäischer und nationaler Ebene nach wie vor viel zu niedrig", so die für Informationspolitik zuständige Kommissarin Viviane Reding. Von den Projekten, die die Kriterien erfüllt haben, sei die Hälfte aus Geldmangel abgewiesen worden.

1.300 Projekte

Insgesamt wurden 1.300 Projekte für EU-Förderungen eingereicht, von denen 462 die geforderten Bedingungen erfüllten. Die Kommission hätte allerdings rund zwei Mrd. Euro gebraucht, um alle diese Projekte unterstützen zu können, sagte der Sprecher von Reding am Mittwoch in Brüssel. Daher habe die EU-Kommission in der finanziellen Vorausschau für 2007 bis 2013 auch einen jährlichen Anstieg der Forschungsausgaben für den Informations- und Kommunikations-Bereich (IKT) von 80 Prozent vorgeschlagen.

Strategische Bedeutung

Unter den ausgewählten Projekten finden sich solche, die zu Durchbrüchen in Bereichen verhelfen sollen, die für Europa von strategischer Bedeutung sind. Darunter fallen unter anderem Mikro- und Nanoelektronik, Mobilfunk und Breitbandtechnologie.

Die EU liegt in der so genannten IKT-Forschung weit hinter Japan und den USA. 2002 gaben die Unternehmen in der EU 23 Mrd. Euro dafür aus, verglichen mit 83 Mrd. Euro bei den US-Unternehmen und 40 Mrd. Euro von japanischen Firmen. Auch bei den Investitionen des öffentlichen Sektors hinkt die EU mit 8 Mrd. hinter den Vereinigten Staaten mit 20 Mrd. und Japan mit 11 Mrd. Euro her. (APA)