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Ein Einwohner des portugiesischen Dorfes Memoria flieht vor den Flammen.

Foto: APA/EPA/Paulo Cunha
Madrid/Lissabon/Paris/Marseille/Rom - Zwei Tote, 30 Verletzte, tausende Hektar Wald vernichtet: Das ist die Bilanz der verheerenden Waldbrände am Wochenende in Spanien, Portugal und Frankreich. Beim Kampf gegen die Flammen kamen in Spanien nach Presseberichten vom Sonntag der Pilot eines Löschflugzeugs und ein Helfer der freiwilligen Feuerwehr ums Leben.

Bei Ourense im Nordwesten des Landes prallte ein Pilot bei der Bekämpfung eines Waldbrandes am Samstag mit seinem Flugzeug gegen einen Berg. In Casavieja bei Avila in Mittelspanien wurde ein 29-Jähriger bei Löscharbeiten von Gesteinsbrocken erschlagen. Wegen des Feuers mussten rund 100 Kinder aus einem Ferienlager in Sicherheit gebracht werden. Bei Ourense wurden zwei Frauen verletzt.

Waldbrände in Naturpark

In einem Naturpark im Süden Spaniens sind indessen zwei Waldbrände ausgebrochen. Wie die Behörden am Montag mitteilten, mussten im Park Sierra de Cazorla in der Provinz Jaén 150 Urlauber aus Hotels und Pensionen in Sicherheit gebracht werden. Sie wurden in einer Schule und einer Turnhalle untergebracht. Die 60 Bewohner des Dorfes Valdemarín mussten den Ort verlassen.

Portugal: Mindestens 21 Verletzte

In Portugal erlitten mindestens 21 Menschen beim Kampf gegen die Flammen Verletzungen. Bei Ourem im Zentrum des Landes mussten 16 Dorfbewohner wegen Rauchvergiftungen behandelt werden, vier Feuerwehrleute und ein Rentner erlitten Verbrennungen. Die Flammen griffen von den Wäldern auf Siedlungen über und zerstörten mehr als 20 Wohnhäuser.

Am Montag hat sich die Lage in Portugal ein wenig entspannt. Die Feuerwehr kämpfte nach eigenen Angaben gegen vier Waldbrände im Norden und Zentrum des Landes.

Waldbrände auf Sardinien

Im nördlichen Teil der italienischen Insel Sardinien wüten nach wie vor heftige Wald- und Buschbrände. Wegen der meterhohen Flammen, die sich Gebäuden genähert hatten, wurden drei Urlaubsorte in der Nähe der Stadt Olbia vorsichtshalber geräumt. Unter den Touristen kam es zu panikartigen Szenen. Die Flammen breiteten sich wegen des starken Windes mit großer Geschwindigkeit aus. Ein Mitglied der Löschmannschaften wurde verletzt. Nach Angaben der Behörden wurden die Feuer gelegt.

In Italien wurden allein am Wochenende 108 Brände gemeldet. Flugzeuge des Typs Canadair und Hubschrauber kamen nach Angaben des Direktors des Zivilschutzes, Guido Bertolaso, 22 Mal zum Löscheinsatz.

Neue Brände im französischen Südosten

In Frankreich zogen sich sieben Feuerwehrleute im Kampf gegen Waldbrände südlich von Aix-en-Provence Verbrennungen und Rauchvergiftungen zu. Die Flammen wurden am Samstag von einem starkem Mistralwind vorangetrieben. "Das ist wie ein aktiver Vulkan, der jederzeit wieder ausbrechen kann", sagte ein Feuerwehrmann. Das Feuer dehnte sich im Montaiguet-Massiv auf mehr als 500 Hektar aus und beschädigte zehn Häuser. Mehr als 100 Bewohner mussten sich nach Angaben der südfranzösischen Feuerwehren in Sicherheit bringen.

Extreme Dürre und starker Mistral-Wind haben am Sonntag die Ausbreitung mehrerer neuer Brände begünstigt. Bei dem Ort Greoux-les-Bains in der Hoch-Provence mussten zwei Campingplätze evakuiert und 650 Menschen in Sicherheit gebracht werden, berichtete die Feuerwehr. Die Flammen dehnten sich bis zum Abend auf etwa 300 Hektar aus und bedrohten ein bewaldetes Massiv von 1000 Hektar.

Nordöstlich von Hyeres bei Toulon musste eine Stromleitung in der Nähe eines Feuers abgeschaltet werden, so dass 50 000 Haushalte der Region zeitweise keine Elektrizität hatten. Feuerwehren hatten mit einer Reihe weiterer Brände zu kämpfen. Sie können dabei zwar auf Löschflugzeuge zurückgreifen, nicht aber auf die leistungsstarken Canadair-Maschinen, die nach einem Absturz derzeit nicht starten. (APA/dpa)