Deutliche Worte im Bezug auf den Bau der Nordostautobahn (A6) - von der Ostautobahn (A4) zum Grenzübergang Kittsee - fand am Donnerstag der Bundesrechnungshof in seinem aktuellen Wahrnehmungsbericht. In dem Papier wurde vor allem das Fehlen klarer Ziele kritisiert, die ein Vorantreiben wichtiger Verkehrsverbindungen ermöglicht hätten. Durch eine Verbesserung der Planungsabläufe hätte die A6 bereits Ende 2005 fertig gestellt und Mauteinnahmen von rund sechs Millionen Euro erwirtschaftet werden können.

Bei der Auswahl des etwa 22 Kilometer langen Trassenverlaufes habe die Querung der Leitha-Au bei Potzneusiedl/Deutsch Haslau "einen besonders sensiblen Bereich" dargestellt. Die "aus naturräumlicher Sicht optimale Variante" sei aus Gründen der "sozialen Akzeptanz" verworfen worden. Eine neu eingereichte Variante habe "umfangreiche und kostenintensive Auflagen" nach sich gezogen, wodurch sich die "Kostenschätzungen innerhalb kurzer Zeit drastisch erhöhten".

Mängel und Empfehlungen

Weiters bemängelte der Rechnungshof, dass "ein klares bundespolitisches Bekenntnis und Zielvorgaben für die Errichtung hochrangiger Straßenverbindungen zu den östlichen Nachbarstaaten erst im Generalverkehrsplan 2002 zu erkennen waren". Die unabhängige Kontrollinstanz drängt nun darauf, "die Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen der Asfinag und den Ländern Burgenland und Niederösterreich so rasch wie möglich abzuschließen". Außerdem wurde den Projektträgern empfohlen, eine "Schätzung der Projektkosten bereits in frühen Planungsphasen realitätsnah" vorzunehmen.

Im Rahmen der Präsentation einer Zwischenbilanz am 7. Juni 2005 gab die Asfinag bekannt, dass die Verkehrsfreigabe der Nordostautobahn für Ende 2007 geplant sei und sich die Gesamtkosten voraussichtlich auf rund 185 Mio. Euro belaufen werden. Der Anschluss an die A4 erfolgt beim Knoten Bruckneudorf, jener an das untergeordnete Netz über drei Anschlussstellen (Potzneusiedl, Gattendorf und Kittsee).

28 Prozent der Trasse liegen auf NÖ Gebiet, 72 Prozent im Burgenland. Die Finanzierung des Bauvorhabens erfolgt zur Gänze aus Maut-, Vignetten- und Lkw Road Pricing-Erlösen. Der Spatenstich für die A6 war am 26. November 2004 erfolgt. (APA)