Salzburg - Die sofortige Abberufung des Salzburger Filmbeirates gab Wirtschaftsreferent LHStv. Wilfried Haslauer (V) am Mittwochabend bekannt: "Die Konflikte zwischen einzelnen Mitgliedern des Salzburger Filmbeirates haben einen Punkt erreicht, an dem eine konstruktive Zusammenarbeit im Sinne des Filmstandortes Salzburg leidet. Das Austragen dieser Konflikte über die Medien schadet darüber hinaus dem Ruf des gesamten Beirates, der in den mehr als drei Jahren seines Bestehens eine ganz ausgezeichnete und anerkannte Arbeit geleistet hat", begründete Haslauer diesen Schritt in einer Aussendung.

Neubesetzung mit Jahresende

Haslauer hatte sich noch am Freitag, den 29. Juli, in einem Gespräch mit dem Beiratsvorsitzenden Friedrich Urban und dem Beiratsmitglied Herbert Fux um eine Klärung der Situation bemüht und eine Einigung dahingehend erzielt, dass der Filmbeirat in seiner derzeitigen Zusammensetzung bis Jahresende bestehen bleibt und erst dann wie bereits vorgesehen personell neu besetzt wird. Nichtsdestotrotz kam es auch in der Folge zur öffentlichen Darlegung unterschiedlicher Standpunkte und Wertungen durch einzelne Beiratsmitglieder, die ein Zuwarten mit einer Neubesetzung des Beirates mit Jahresende im Sinne einer effektiven Arbeit für untunlich erscheinen lassen. "Hier ist ein Punkt erreicht, an dem man sagen muss: So geht es einfach nicht", setzte nun das ressortverantwortliche Regierungsmitglied einen Schlussstrich.

"Die beratende Tätigkeit des Beirates für 2005 ist im Wesentlichen abgeschlossen, zu allen vorliegenden Projekten liegen Begutachtungen und Empfehlungen vor, die anstehende Abwicklung erfolgt wie schon bisher in der Wirtschaftsabteilung des Landes. Weitere Förderungen sind aus budgetären Gründen ohnehin erst im kommenden Jahr möglich", so Haslauer zur vorliegenden Situation. Über die neue personelle Zusammensetzung des Beirates, dessen Einrichtung als zweckmäßiges Gremium dem Grunde nach nicht in Frage steht, wird der Wirtschaftsreferent demnächst entscheiden. Anlaufstelle für Produzenten bleibt in gewohnter Weise die SalzburgAgentur.

Bilanz: 21 Produktionen

Bestehend aus dem Vorsitzenden Urban, Fux, Manuela Strihavka und einer Vertreterin des Wirtschaftsressorts habe der Beirat in den drei Jahren seines Bestehens ausgezeichnete Arbeit geleistet: 21 Produktionen in Salzburg mit einer beachtlichen Wertschöpfung für die Region und ausgezeichneten Werbeeffekten seien für die Tourismuswirtschaft auf diesem Wege ermöglicht worden. Angesichts dieser hervorragenden Bilanz sei die jetzige Entwicklung äußerst bedauerlich. Die vorzeitige Abberufung des Beirates sei auf Grund persönlicher Differenzen einzelner Beiratsmitglieder "im Sinne der Sache erforderlich" geworden, unterstrich Haslauer.

Aufgabe des Filmbeirates ist die Beratung des Wirtschaftsreferenten bei Förderanträgen für Filmprojekte. Die Abwicklung der Förderungen erfolgt in der Wirtschaftsabteilung des Landes. Ziel der Förderungen ist zum einen das Erreichen touristischer Werbeeffekte durch TV-Ausstrahlungen und Kino-Vorführungen, weiters der gesamtwirtschaftliche Effekt durch Direktausgaben der Produzenten bei heimischen Unternehmen sowie die Stärkung des Filmproduktionsstandortes Salzburg und damit die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen in der Filmproduktion. (APA)