Jerusalem - Bei den vier Opfern des israelischen Todesschützen von Shfaram im Norden Israels handelt es sich um zwei arabische Christen und zwei Musliminnen. Die vier israelischen Araber sollten noch am Freitag auf dem christlichen und dem muslimischen Friedhof der nordisraelischen Stadt beigesetzt werden, wie der israelische Rundfunk laut Kathpress meldete.

Der 19-jährige Soldat Eden Natan-Zada hatte am Donnerstag in einem Linienbus ein Massaker verübt. Anschließend wurde er von einer wütenden Menschenmenge gelyncht.

Desertierter Soldat

Unterdessen wandten sich Familienangehörige von gefallenen Soldaten aus Rishon-le-Zion an das Oberste Gericht, um zu verhindern, dass der Todesschütze auf dem Soldatenfriedhof seiner Heimatstadt südlich von Tel Aviv begraben wird. Natan-Zada war noch als Soldat eingetragen und benutzte seine Dienstwaffe. Vor einigen Monaten war der Extremist desertiert, angeblich, um sich nicht an der Räumung von Siedlern aus dem Gaza-Streifen beteiligen zu müssen.

Ministerpräsident Ariel Sharon wies die Nationalversicherung an, die Hinterbliebenen des Attentats "wie die Opfer von Terroranschlägen" zu behandeln. Es wäre das erste Mal, dass die Nationalversicherung Opfern eines von einem Juden verübten Terroranschlags hilft. Als 2004 Unterweltler in Tel Aviv eine Bombe gezündet hatten und Unschuldige starben, verweigerte die Nationalversicherung jede Hilfe. Zur Begründung hieß es, es handle sich um einen "kriminellen Akt" und nicht um einen Terroranschlag. (APA)