Berlin/Amsterdam - Die Sängerin Paula Salomon-Lindberg ist am Montag in Amsterdam im Alter von 102 Jahren gestorben. Dies teilte der frühere Berliner Kultursenator Ulrich Roloff-Momin am Dienstag mit. Salomon-Lindberg lebte bis zu ihrer Emigration nach Amsterdam bis 1939 in Berlin und studierte Gesang in Mannheim und Berlin, unter anderem bei Siegfried Ochs. Sie war lange Jahre eine gefeierte Oratorien- und Konzertsängerin. Ihre Stieftochter Charlotte Salomon malte in Südfrankreich einen Gouachen-Zyklus "Leben oder Theater" und wurde vermutlich 1944 in Auschwitz ermordet. Die Bilder wurden in den 50er Jahren von ihren Eltern aus Frankreich in die Niederlande geholt und dem Jüdischen Museum in Amsterdam gestiftet und auch in Ausstellungen gezeigt. Paula Salomon-Lindberg war in den 50er und 60er Jahren Lehrerin für Sprecherziehung am Mozarteum in Salzburg. Vor dem Krieg war sie unter anderem eng befreundet mit Albert Schweitzer, Albert Einstein und Paul Hindemith. 1989 rief sie den Salomon-Lindberg-Gesangswettbewerb für das Lied des 20. Jahrhunderts an der Hochschule der Künste in Berlin ins Leben. Er findet wieder im Herbst 2001 statt. (APA/dpa)