Wien - Die Wiener Großbäckerei Ankerbrot wird die vierte und letzte Ausgleichsquote bereits Anfang August und damit vor dem ursprünglichen Fälligkeitstermin am 17. September 2005 bezahlen. Dies sei mit den Gläubigerschutzverbänden KSV und Alpenländischer Kreditorenverband vereinbart worden.

Ankerbrot überweist damit im Zuge des Ausgleichs in vier Teilraten insgesamt rund zehn Mio. Euro an seine 320 Gläubiger. Ankerbrot-Finanzvorstand Bernhard Chwatal begründete die vorzeitige Zahlung der letzten Quote mit dem weiter sehr zufrieden stellenden Verlauf der Sanierung des Mitte 2003 in die Zahlungsunfähigkeit geschlitterten Unternehmens. "Unsere Gläubiger bekommen die letzte Rate der im Ausgleich vereinbarten 40-Prozent-Quote bereits Anfang August und damit fast zwei Monate vor Fälligkeit", so Chwatal.

Die vorzeitige Zahlung sei ein "kleines, bescheidenes Zeichen des Entgegenkommens an unsere Gläubiger", das auch zeige, dass Ankerbrot seine volle wirtschaftliche Handlungsfähigkeit zurückerlangt habe, so Chwatal. Diese Handlungsfähigkeit sei auch den Investoren zu verdanken, die in einer schwierigen Situation bereit gewesen seien, ein unternehmerisches Risiko einzugehen.

Der Alpenländische Kreditorenverband und der KSV sehen bei Ankerbrot laut Aussendung "ein vom Schuldner musterhaft gemanagtes Insolvenzverfahren". Über Ankerbrot war am 1. März 2004 das im Juni 2003 eröffnete Ausgleichsverfahren aufgehoben worden. Ankerbrot hatte sich damals zur Bezahlung einer 40-Prozent-Ausgleichsquote verpflichtet. Ankerbrot gehört seit dem Juni 2003 dem deutschen Industriellen Klaus Ostendorf. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.8.2005, APA)