Salzburg - Nach der zweifachen Messerattacke eines 45-jährigen Kuchlers an seinem 31-jährigen Grazer Bergkameraden auf der Intensivstation im Salzburger Unfallkrankenhaus (UKH) hat Untersuchungsrichterin Charlotte Rohan die Freundin des 31-Jährigen einvernommen. Sie habe die mehr als freundschaftlichen Gefühle des vermutlichen Täters nicht erwidert, und der Kuchler hätte dies auch akzeptiert, sagte die Frau vor Untersuchungsrichterin Charlotte Rohan aus.

Der 45-Jährige war mit dem Grazer seit zwei Jahren befreundet und mit ihm sowie der Freundin des Steirers am 3. Juli am Untersberg gewesen, wo der Grazer 40 Meter in den Rosittenbach gestürzt und schwer verletzt worden war. Ob er damals schon einen Mordversuch unternommen hatte, konnte bisher nicht eruiert werden - er habe den Grazer lediglich geschüttelt, weil er so langsam gegangen war, hatte der Kuchler einmal angegeben.

Lebensbedrohlich verletzt

Am 10. Juli hatte sich der Verdächtige laut Polizei gegen 13.00 Uhr Zutritt zur Intensivstation des UKH verschafft und den 71-jährigen Alois H. aus Neukirchen an der Enknach (OÖ) und den 31-jährigen Grazer Norman U., die sich in künstlichem Tiefschlaf befanden, lebensbedrohlich verletzt. Die beiden Opfer wurden sofort notoperiert und sind außer Lebensgefahr.

Acht Seiten lang ist das Protokoll, das die Untersuchungsrichterin in der drei Stunden dauernden Einvernahme aufgenommen hat. Der 45-Jährige habe auch die Einteilung der Reihenfolge auf den Untersberg vorgenommen: Sie als erste, dann ihr Grazer Freund und zuletzt der Tatverdächtige, gab die Frau gegenüber der Untersuchungsrichterin an. Sie habe nur einen Schrei von Ulrich H. gehört, sich umgedreht und ihren Freund fallen sehen.

Die Untersuchungsrichterin hat mehrere Gutachten in Auftrag gegeben, darunter eines, das sich mit der angeblichen Unterzuckerung befasst, die der vermutliche Täter bei seinen Messerattacken im Unfallkrankenhaus angegeben hatte und sich deshalb an "nichts mehr erinnern kann, was im Zusammenhang mit den Mordversuchen in der Intensivstation passiert ist". Weiteren und größeren Aufschluss erwartet sich Rohan durch die erste Einvernahme des Opfers, das bereits im Unfallkrankenhaus Salzburg ein Mal befragt worden war. Der Grazer könne nämlich erst dann einvernommen und die Niederschrift angefertigt werden, wenn er wieder transportfähig ist. (APA)