Rom - Trotz eines EU-Verbots seit 2002 setzen Fischer vor der Küste Italiens offensichtlich weiter kilometerlange Treibnetze ein. Allein zwischen Sardinien und Sizilien seien in den vergangenen Monaten Treibnetze mit einer Gesamtlänge von mehr als 415 Kilometern konfisziert worden, berichteten italienische Biologen der Umweltorganisation CTS Ambiente am Freitag.

Mehr als 300 Exemplare vom Aussterben bedrohter Tiere wie etwa Meeresschildkröten oder Delfine würden jährlich der Treibnetzfischerei zum Opfer fallen, beklagte das Biologenteam. Im italienischen Mittelmeer zwischen der Toskana und Sizilien sollen diverse italienische Fangflotten trotz des Verbots ihre kilometerlangen Fangnetze weiterhin ungestört einsetzen, berichteten italienische Medien.

"Es handelt sich hierbei um einen ausgewachsenen Betrug an der italienischen Regierung, die in den vergangenen Jahren über fünf Milliarden Euro für die Umrüstung der Treibnetzflotten zur Verfügung gestellt hat", erklärte die Leiterin des Biologenteams, Gabriella La Manza. (APA/dpa)