Salzburg - Als Wolfgang Kraus, Gründer der Österreichischen Gesellschaft für Literatur (ÖGL), den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur vor genau vierzig Jahren erfand, hieß er noch Lenau-Preis. Und ging an den polnischen Autor Zbigniew Herbert. Seither wird die nunmehr mit 22.000 Euro dotier- te Auszeichnung alljährlich nach Entscheidung einer fünfköpfigen Jury "an einen europäischen Schriftsteller" vergeben, "dessen Werk auch außerhalb seines Heimatlandes besondere Beachtung gefunden hat und durch Übersetzungen dokumentiert ist". Die Liste der Preisträger liest sich denn auch als Who's who der europäischen Literatur. António Lobo Antunes, der heuer im Rahmen der Lesungsreihe "Dichter zu Gast" bei den Salzburger Festspielen vertreten ist, zählt ebenso zu den Ausgezeichneten wie Umberto Eco, Milan Kundera, Salman Rushdie, Italo Calvino, Aleksandar Tisma, Dubravka Ugresic oder Peter Esterházy. Der Europäische Staatspreis für Literatur 2004 wird Julian Barnes am 9. August um 16.00 Uhr im Carabinieri-Saal der Salzburger Residenz durch Kunststaatssekretär Franz Morak überreicht. Laudator ist Michael Maar. Die Veranstaltung ist öffentlich. (cia/DER STANDARD, Printausgabe, 06./07.08.2005)