Washington - Ein Verantwortlicher für die US-Entwicklungshilfe hat Angaben der Vereinten Nationen bestritten, wonach mehr als 3,5 Millionen Menschen im Niger auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind. Nach Einschätzung der USA benötigten "weniger als eine Million Menschen" Lebensmittelhilfe, "vielleicht um die 800.000", sagte Edward Fox von der staatlichen Entwicklungshilfeagentur USAID am Freitag (Ortszeit) in Washington.

"Gelegentliche" Hilfe

In einigen Fällen sei "gelegentliche" Hilfe nötig, in anderen bedürfe es einer täglichen Nahrungsmittelration als Lebensrettung. Er wisse nicht, wie die UNO auf ihre Zahlen komme, sagte Fox. "Wir beziehen uns auf unsere Kenntnisse der Situation."

Die UNO hatte am Freitag mitgeteilt, es seien 80 Millionen Dollar (rund 65 Millionen Euro) Hilfsgelder nötig, um mehr als 3,5 Millionen Hungernde im Niger bis Dezember zu versorgen. In einer in Genf veröffentlichten Erklärung hieß es, bislang seien 25 Millionen Dollar zusammengekommen oder zugesagt worden; es fehlten aber noch 55 Millionen. Zuvor hatte die Weltorganisation den Bedarf an Hilfsgeldern mit 16 Millionen Dollar angegeben. Die USA haben bislang 14 Millionen Dollar für den Niger bereitgestellt, allerdings geht das Geld nicht an UN-Organisationen, sondern an Nichtregierungsorganisationen. (APA)