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Die Junta unter Staatschef Ely Ould Mohammed Vall ernannte den Technokraten Sidi Mohammed Ould Boubakr am Sonntag zum neuen Ministerpräsidenten.

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Nouakchott - Vier Tage nach dem Putsch in Mauretanien haben die dortigen Militärführer eine neue Regierung in dem westafrikanischen Wüstenstaat eingesetzt. Die Junta unter Staatschef Ely Ould Mohammed Vall ernannte den Technokraten Sidi Mohammed Ould Boubakr am Sonntag zum neuen Ministerpräsidenten. Der 48-Jährige war bereits 1992 unter dem inzwischen gestürzten Präsidenten Maouia Ould Taya Regierungschef gewesen.

Militärführer lassen 21 Islamisten frei

Der bisherige Ministerpräsident Sghair Ould M'Barek hatte nach Berichten der staatlichen Medien zuvor mit seiner Regierung den Rücktritt erklärt. Er und seine Minister hatten nach dem Putsch auf Bitte der Militärs zunächst die Amtsgeschäfte weitergeführt. Die Militärjunta ordnete am Sonntag die Freilassung von 21 inhaftierten Islamisten an, die mit radikalen Gruppen in Algerien in Verbindung gestanden haben sollen. 45 Islamisten blieben in Haft.

Junta strebt baldigste Verfassung und freie Wahlen an

Ould Vall sicherte zu, dass die Junta nicht auf Dauer an der Macht bleiben werde. In spätestens zwei Jahren sollten eine neue Verfassung verabschiedet werden und freie Wahlen stattfinden. Bei den anstehenden Wahlen werde kein Juntamitglied als Kandidat antreten.

Die Militärs hatten am Mittwoch mit einem unblutigen Putsch den seit 1984 regierenden Ould Taya gestürzt, als dieser sich zu einem Besuch in Saudiarabien befunden hatte. (APA/dpa)