Mit "großer Skepsis" reagierte die IG Kultur Österreich auf das vom Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) angekündigte neue, softwaregestützte Fördermodell für Netzkultur-Aktivitäten, wie es in einer Aussendung am Montag heißt. Dabei soll künftig mittels eines Ranking-System die Szene selbst darüber entscheiden, wer Gelder der Stadt Wien in der Gesamthöhe von 250.000 Euro bekommt. Insgesamt sollen in einem viermoduligen neuen Fördersystem 500.000 Euro jährlich im Bereich Netzkultur vergeben werden.

"Mit dem neuen Fördermodell wird der Anspruch auf Partizipation völlig auf den Kopf gestellt"

"Mit dem neuen Fördermodell wird der Anspruch auf Partizipation völlig auf den Kopf gestellt", wird IG Kultur-Vorsitzender Bernhard Amann in der Aussendung zitiert. Weiter: "Bewertungssysteme, die wir von Online-Auktionen und Suchmaschinen im Internet kennen, sind bei politischen Prozessen nicht sinnvoll anwendbar". Das neue Fördermodell erwecke "den Eindruck, als habe die Wiener Kulturpolitik der Mut verlassen, für aktuelle Probleme auch tatsächlich politische Lösungen zu suchen". Die IG Kultur trete dagegen "für ein partizipatives Verfahren ein, das eine breite inhaltliche Beteiligung und Auseinandersetzung vorsieht", wie es heißt. (APA)