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Foto: Reuters/ERIK DE CASTRO
Johannesburg - In Südafrika hat der größte Goldarbeiter-Streik seit fast 20 Jahren nahezu alle Minen lahm gelegt. Bis zu 100.000 der insgesamt 130.000 Minenarbeiter hätten die Arbeit niedergelegt, sagte der Arbeitgeber-Unterhändler Frans Barker am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

Die Arbeiter hatten am Sonntagabend mit dem Streik begonnen. Die Gewerkschaften fordern eine Lohnerhöhung zwischen acht und zwölf Prozent. Die Minenbesitzer bieten hingegen maximal fünf Prozent. Der letzte Großstreik in der südafrikanischen Goldindustrie hatte 1987 stattgefunden.

16 Millionen Euro Verlust pro Tag

Die Minenbesitzer rechnen Barker zufolge mit Ausfällen in Höhe von 130 Mio. Rand (rund 16 Millionen Euro) täglich. Südafrika ist der größte Goldproduzent der Welt.

Allerdings sinkt sein Anteil am Weltmarkt ständig. Während das Land 1970 noch 80 Prozent des weltweiten Goldes schürfte, sind es derzeit nur noch 14 Prozent. Grund sind die sinkenden Ressourcen sowie Exportrückgänge wegen der starken Währung.

In Südafrika ist es in den vergangenen Wochen wiederholt zu Streiks gekommen, etwa von Angestellten in Supermärkten und Beschäftigten der nationalen Fluggesellschaft.

Mehr als zehn Jahre nach dem Ende der Rassentrennung sind viele Menschen mit den anhaltenden großen Einkommensunterschieden in der Bevölkerung unzufrieden. (APA)