Brüssel - Die EU-Kommission hat am Montag die Einfuhr der genveränderten Maissorte MON 863 als Futtermittel zugelassen. Die Genehmigung durch die Brüsseler Behörde erstrecke sich nicht auf den Anbau und auch nicht auf die Verwendung der Sorte als Lebensmittel, hieß es. Für den Einsatz in Lebensmitteln ist eine eigene Entscheidung von EU-Gesundheits- und Konsumentenschutz-Kommissar Markos Kyprianou notwendig, die innerhalb des nächsten Monats fallen soll. Erst dann können die Importe tatsächlich starten.

Warnungen

MON 863, eine Maissorte, die vom US-Biotech- und Saatgutkonzern Monsato gentechnisch so verändert wurde, dass sie gegen den Maiswurzelbohrer resistent ist, sei "einer rigorosen Risikoabschätzung unterzogen und von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) so sicher wie herkömmlicher Mais eingestuft" worden. An dieser Einschätzung habe sich auch durch eine Neubewertung einer Studie über Fütterungsversuche mit Ratten mit MON 863, nichts geändert, so die Kommission. Die Umweltorganisation Greenpeace hatte wiederholt auf gesundheitsschädliche Aspekte hingewiesen, die aus dieser Studie hervorgingen.

Monsanto hatte die Zulassung von MON863 als Futtermittel in Deutschland beantragt, wo die Behörden keine Gefahr für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt sahen. Nachdem einige Mitgliedstaaten Bedenken äußerten, wurde die EU-Kommission und die EFSA auf den Plan gerufen. MON 863 ist die zweite Maissorte nach KN603, die laut EU-Freisetzungslichtlinie genehmigt wurde, so die EU-Kommission.

In Zukunft auch auf dem Esstisch?

Sollte auch die Entscheidung über die Verwendung als Lebensmittel positiv ausfallen und MON 863 tatsächlich importiert werden, müssen die entsprechenden Produkte entsprechend den im April 2004 in Kraft getretenen EU-Regeln so gekennzeichnet werden, dass klar ist, dass sie gentechnisch veränderten Mais enthalten.

Österreich könnte nun versuchen, sein bestehendes Importverbot, das derzeit nur für die drei Gentechnik-Maissorten T25, Mon810 und Bt176 gilt, auf MON 863 auszuweiten, müsste dazu aber bei der EU-Kommission einen entsprechenden Antrag stellen, heißt es aus der EU-Kommission. Darin müssten neue wissenschaftliche Beweise angeführt werden, mit denen das Verbot begründet werden. (APA)