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Foto: APA/Schneider
Mit ihrer Warnung, übermäßiger Handygebrauch könnte speziell für Kinder schädlich sein, hat die Wiener Ärztekammer nicht nur bei den Handyfirmen für Wirbel gesorgt. Am Montag entlud sich in einem offenen Brief an die Kammer auch der Zorn eines Wissenschafters.

"Nicht nachvollziehbar

"Wenn sich die ärztliche Standesvertretung öffentlich einem so sensiblen Thema widmet, so ist zumindest zu erwarten, dass sie mit der Thematik vertraut ist und die Studienergebnisse, auf die sie sich in ihren Aussagen und Empfehlungen bezieht, sorgfältig studiert hat. Ich bedaure sehr, dass dies im gegenständlichen Fall nicht so gewesen sein kann", schreibt der stellvertretender Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats Funk (WBF), Arbeitsmediziner Christian Wolf, an Kammer-Präsident Walter Dorner. "Die getätigten Aussagen und die daraus resultierenden Empfehlungen sind nicht nachvollziehbar und entbehren derzeit auch jeder wissenschaftlichen Grundlagen", heißt es in dem Brief weiter.

"Durchaus positiver Beitrag"

Einen "durchaus positiven Beitrag" nennt Dorner das Schreiben. Er sei froh, dass endlich auch der WBF weiterführende Untersuchungen fordere. An den Empfehlungen - Handyverbot für Kinder, wenig telefonieren, Gerät möglichst oft ausschalten, - hält er fest. Schützenhilfe bekommt Dorner vom Wiener Umweltmediziner Hans-Peter Hutter: "Aus meiner Sicht ist Vorsicht angebracht. Wenn es ein Risiko gibt, dann ist es bei den Kindern sicherlich größer." Aufgrund der Hinweise die es zum Umgang mit Handys von Erwachsenen gibt, sollte man auf jeden Fall die Notbremse ziehen - gemeint ist damit: "vernünftiger Umgang". Für Vieltelefonierer bietet indes eine Boutique in der Wiener City ein Produkt an: die "Strahlenschutz Handytasche". (APA, pm/DER STANDARD; Printausgabe, 9.8.2005)