Klagenfurt - Der Landesparteivorstand der Kärntner SPÖ wird am 12. September die Weichen für die Nachfolge von Landesparteichef und Landeshauptmann-Stellvertreter Peter Ambrozy stellen. Der nächste Parteivorsitzende wird dann am 29. Oktober auf einem Sonderpandesparteitag in Klagenfurt gewählt werden, die Kandidaten müssen 21 Tage vorher feststehen. Wer dies sein wird, ist nach wie vor völlig offen.

Der Landesparteivorstand will sich im September jedenfalls auf den Modus bezüglich der Nachfolgesuche festlegen. So gibt es eine Reihe von führenden Funktionären, die sich für eine Urabstimmung über den potenziellen Kandidaten aussprechen. Landesgeschäftsführer Herbert Würschl ist einer von ihnen. "Am Besten wäre es natürlich, wenn sich nur zwei Bewerber der Urwahl stellen würden, maximal drei", meinte er am Dienstag im Gespräch mit der APA. Ansonsten wäre der Erklärungsbedarf gegenüber den mehr als 20.000 Kärntner SPÖ-Mitgliedern ("Sie sind unser höchstes Gut") wohl zu groß, gibt Würschl zu bedenken.

Der Landesgeschäftsführer tritt allerdings, ebenso wie der prominente Wolfsberger Bürgermeister und "Parteirebell" Gerhard Seifried, dafür ein, dass Ambrozy noch eine Periode als Parteichef anhängt. "Der alte Chef soll der Neue werden", formulierte Würschl gegenüber der "Kärntner Woche". Es wäre dann noch genügend Zeit für den Nachfolger, sich bis zur nächsten Landtagswahl 2009 zu positionieren und zu präsentieren.

Würschl geht nach eigenen Worten nicht davon aus, dass es in der Nachfolgefrage vor dem Parteivorstand am 12. September zu einer Vorentscheidung kommt. Selbstverständlich gebe es schon jetzt Gespräche, wobei "die möglichen Kandidaten versuchen eine Mehrheit zu bekommen". Das sei legitim, so Würschl, da jedes Parteimitglied die Möglichkeit habe anzutreten. Der Parteivorstand wiederum könne eine Empfehlung aussprechen.

Ambrozy, Landesparteichef von 1988 bis 1994 und wieder seit dem Jahre 2000, hat seinen Rücktritt binnen Jahresfrist im Herbst vergangenen Jahres angekündigt, als er beim Villacher Parteitag nur 61 Prozent der Stimmen für sich hatte gewinnen können. (APA)