Jakarta - Das indonesische Parlament hat am Dienstag einstimmig dem Friedensabkommen der Regierung mit den Rebellen der Provinz Aceh zugestimmt. Alle zehn Fraktionen hätten die Bemühungen der Regierung unterstützt, den Konflikt in Aceh "würdevoll" zu lösen, sagte Parlamentssprecher Agung Laksono. In der Provinz Aceh an der Nordspitze der Insel Sumatra kämpfen Aufständische seit 1976 für die Unabhängigkeit. Dabei wurden fast 15.000 Menschen getötet. Im Dezember war Aceh mit mehr als 130.000 Toten das am schlimmsten vom Tsunami betroffene Gebiet Asiens.

Das Parlament stimmte zu, nachdem Präsident Susilo Bambang Yudhoyono die Abgeordneten über das Abkommen mit der Bewegung Freies Aceh (GAM) informiert hatte. Die GAM werde nach der Ratifizierung des Abkommens am 15. August in Helsinki aufhören zu existieren, sagte Yudhoyono. Den ehemaligen Rebellen werde eine Amnestie erteilt. Indonesien bleibe ein Land, betonte der Präsident. "Wir hoffen, dass es kein Blutvergießen mehr geben wird zwischen Angehörigen ein und derselben Nation", fügte er hinzu.

Einige Fraktionen im Parlament, vor allem die Partei der ehemaligen Präsidentin Megawati Sukarnoputri kritisierte, die Regierung habe das Parlament während des Friedensprozesses nicht ausreichend informiert. Die Regierung und die GAM hatten monatelang verhandelt und waren am 17. Juli zu einer Einigung gekommen. Ihr Pakt soll kommende Woche in Helsinki, zwei Tage vor dem 60. Jahrestag der indonesischen Unabhängigkeit am 17. August, unterschrieben werden. Das Abkommen sieht eine Entwaffnung der Rebellen und einen Truppenabzug aus Aceh vor. (APA)