Crawford/Wien - US-Präsident George W. Bush hat den Iran erneut gewarnt, dass im Streit um dessen Atomprogramm der UNO-Sicherheitsrat eingeschaltet werden könnte. Bush sagte am Dienstag auf seiner Ranch im texanischen Crawford, der Gang zur UNO bleibe sicherlich eine "potenzielle Konsequenz", sollte Teheran nicht einlenken. Zugleich begrüßte Bush aber, dass sich der Iran zu neuen Verhandlungen mit den Europäern bereit erklärt hat.

Der iranische Verhandlungsführer bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) in Wien, Sirus Naseri, hatte dieses Angebot am Dienstag allerdings mit der Einschränkung verknüpft, dass die Verhandlungen "ohne Vorbedingungen" geführt werden müssten. Trotz internationaler Warnungen hatte der Iran am Vortag wieder mit der seit November unterbrochenen Konversion von Uran begonnen.

Der außenpolitische Beauftragte der EU, Javier Solana, rief den Iran zum Einlenken auf. Weder die Europäer, noch die im IAEO-Gouverneursrat vertretenen Staaten würden das derzeitige Vorgehen der iranischen Regierung akzeptieren, sagte Solana in einem Interview der Süddeutschen Zeitung" (Mittwochausgabe). Der Iran müsse die Entscheidung zur Aktivierung der Uranumwandlungsanlage bei Isfahan revidieren. "Sonst landen wir am Ende unweigerlich in New York - vor dem UN- Sicherheitsrat", sagte Solana.

Er hoffe, dass die Führung in Teheran das Angebot der EU nochmals bis ins letzte Detail prüfe. Nachbesserungen bei Wirtschafts- oder Handelsfragen schloss er nicht aus. Allerdings werde die EU ihre Offerte in zentralen Sicherheitsfragen wie der des Brennstoffkreislaufs nicht nachbessern. (APA/AFP/dpa)