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Zulia Calatayud jubelt schon, während Maria Mutola (li) noch um Bronze kämpft - vergeblich.

Foto: AP/Baker

Helsinki - Der durch das Wetterchaos beeinträchtigte vierte Tag der X. Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Helsinki hat neben der erfolgreichen Titelverteidigung von Hindernis-Weltrekordler Saif Saaeed Shaheen aus Katar noch zwei neue Weltmeister gebracht: Über 800 m der Frauen gewann überraschend die Kubanerin Zulia Calatayud in 1:58,82 Minuten ihren ersten großen Titel, während Gold über 400 m Hürden an den favorisierten US-Amerikaner Bershawn Jackson in erstklassigen 47,30 Sekunden ging.

Superstar und Titelverteidiger Felix Sanchez aus der Dominikanischen Republik, der seit längerem mit einer hartnäckigen Oberschenkelblessur zu kämpfen hat, schied bereits in der Anfangsphase des Hürdenfinales aus. Der Olympiasieger griff sich bereits wenige Sekunden nach dem Start mit schmerzverzerrtem Gesicht an sein verletztes rechtes Bein. Die weiteren Medaillen hinter Jackson gingen an dessen Landsmann James Carter (47,43) sowie den Japaner Dai Tamesue (48,10).

Über 800 m hatte die Olympia-Achte und Weltranglisten-Erste Calatayud im Finish die mit Abstand größten Reserven der Finalteilnehmerinnen und siegte klar vor der Marokkanerin Hasna Benhassi (1:59,42), die schon vor einem Jahr bei den Sommerspielen in Athen Silber geholt hatte. Die Jahresweltbeste Tatjana Andrianowa aus Russland (1:59,60) musste sich mit Bronze zufrieden geben, während Titelverteidigerin Maria Mutola aus Mosambik (1:59,71) nach einer taktisch schwachen Vorstellung - wie schon im Olympia-Finale 2004 - nur Vierte wurde.

Geduldsprobe für Stabhoch-Springer

Die sintflutartigen Regenfälle hatten nicht nur zu einer zweistündigen Unterbrechung der Wettkämpfe geführt, sondern auch für eine Verschiebung des Diskus-Endkampfs der Frauen auf Donnerstagabend gesorgt. Besonders chaotisch ging es in der Stabhochsprung-Qualifikation der Männer zu, die sich drei Stunden hinzog. Für das Finale der Top Zwölf am Mittwochabend reichten schließlich bereits 5,45 m.

Der Finne Matti Mononen hatte auf der Anlage B die Latte mit dem Oberarm so nach unten gedrückt, dass der seitliche Lattenaufleger am Ständer aus der Verankerung brach. Um die ohnehin durch den böigen Wind schon beeinträchtigte Qualifikation nicht noch weiter hinauszuzögern, wurde die Qualifikationshöhe deshalb von 5,75 auf 5,60 m gesenkt. "Ich halte die Entscheidung für gut und clever", meinte Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka, der zwischen Athleten und Jury vermittelte. (APA)