Helsinki - Russland hat sich für eine vor einigen Tagen registrierte Verletzung des finnischen Luftraums über dem finnischen Meerbusen entschuldigt. Der Sprecher der russischen Luftstreitkräfte, Alexander Drobyschewski, sagte laut russischer Nachrichtenagentur Interfax, man "bedauere" den Vorfall und werde "alles unternehmen", um derartige Vorfälle künftig zu unterbinden. Sowohl Finnlands Ministerpräsident Vanhanen als auch Außenminister Erkki Tuomioja zeigten sich mit der russischen Erklärung zufrieden.

Drobyschewski sagte, die Luftraumverletzung sei durch einen schweren Navigationsfehler der Piloten passiert. Die Piloten hätten ihren Fehler zugegeben. Der Luftwaffen-Sprecher kündigte gleichzeitig ein Schulungsprogramm für Piloten an, die auf der Route St. Petersburg-Kaliningrad den finnischen Meerbusen überfliegen.

Vergangenen Freitag war erneut eine russische Militärmaschine vom Typ Tupolew Tu-134 auf einer Länge von rund 17 Kilometern etwa einen Kilometer in den finnischen Luftraum eingedrungen. In vergangenen Jahren war es vielgeübte Praxis russischer Piloten, Zeit und Sprit sparende Abkürzungen über finnischen und estnischen Luftraum zu fliegen. Seitens der Armee und auch von Politikern wurden die Luftraumverletzungen bisher meist abgestritten oder heruntergespielt.

Seit dem Ende der Sowjetunion 1991 dürfen russische Maschinen ohne Überflugsgenehmigung über ein EU-Land nur noch entlang eines schmalen Streifens internationalen Luftraums in die Exklave Kaliningrad (ehemals Königsberg) fliegen. (APA)