Wien - Der Iran hat am Mittwoch die vollständige Wiederinbetriebnahme seiner Atomanlage bei Isfahan angekündigt, nachdem von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) nicht versiegelte Teile davon bereits am Montag wieder aktiviert wurden. In der Anlage wird die Konversion von Uranerz-Pulver ("Gelber Kuchen") vorgenommen. Dabei wird das Gas Uranhexafluorid (UF6) hergestellt, das eine Voraussetzung zur späteren Anreicherung zu spaltbarem Uran-235 ist. Je nach Anreicherungsgrad kann Uran-235 für Atomkraftwerke oder Atombomben eingesetzt werden.

Für die sehr arbeitsintensive Gewinnung des äußerst seltenen Isotops Uran-235 werden in der Regel Gaszentrifugen verwendet, es gibt allerdings auch verschiedene andere Verfahren, etwa mit Lasern. Gaszentrifugen stehen dem Iran im hundert Kilometer von Isfahan entfernten Anreicherungswerk Natanz zur Verfügung.

Bei dem Metall handelt es sich um eine Spielart des radioaktiven Elements Uran, das in der Natur in drei Formen vorkommt: Uran-238 (99,3 Prozent), Uran-235 (0,7 Prozent) und Uran-234 (Spuren). Von diesen drei Uran-Isotopen kann nur Uran-235 im Reaktor oder in einer Atombombe eine sich selbst erhaltende Kernspaltungs-Kettenreaktion eingehen.

Da sich das seltene Uran-235 nicht chemisch vom häufigen Uran-238 trennen lässt, braucht man komplizierte mechanische Methoden, um es in konzentrierter Form zu gewinnen. Dabei nutzt man das unterschiedliche Gewicht der Atome der beiden Uran-Isotope aus.

Die häufigste Anreicherungsmethode ist das Gaszentrifugenverfahren. Dabei wird das in Form von "yellow cake" ("Gelber Kuchen") vorliegende Uranerz (U3O6) zuerst durch chemische Umwandlungsprozesse gereinigt und anschließend in die gasförmige Verbindung UF6 überführt (Konversion).

Anschließend wird das Uranhexafluorid in einer fast reibungsfrei gelagerten Zentrifuge mit sehr hoher Umdrehungszahl geschleudert. Die Zentrifugalkräfte sorgen dafür, dass sich das schwerere Uran-238-Hexafluorid an der Außenwand anreichert und die Konzentration des leichteren Uran-235-Hexafluorid in der Mitte ansteigt. Für die Produktion von kernbrennstofftauglichem Material müssen eine Reihe von Zentrifugen hintereinander geschaltet werden. Für den Betrieb eines Reaktors muss das Material auf etwa drei, für eine Kernwaffe aber auf rund 80 Prozent angereichert werden. (APA)