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Die Kabine des Helikopter konnte in einem Stück geborgen werden. Lediglich das Rumpfende war abgebrochen.

Foto: EPA
Tallinn/Helsinki - Drei Tage nach dem Absturz eines Hubschraubers vor der Küste von Estland haben estnische und finnische Expertenteams am Samstag das Wrack des Helikopters vom Meeresboden gehoben. Nach Angaben der estnischen Küstenwache wurde das Hubschrauberwrack auf ein finnisches Bergungsschiff verfrachtet. Es bestand demnach aus einem Stück; lediglich das Rumpfende des Hubschraubers sei abgebrochen.

Suche nach Ursache

Von der Untersuchung des Wracks in einem Hangar auf dem Flughafen der estnischen Hauptstadt Tallinn versprachen sich die Spezialisten Aufschluss über die Absturzursache. Taucher hatten bis zum Freitag die Leichen von 13 der 14 verunglückten Insassen geborgen. Einer der beiden finnischen Piloten galt weiterhin als vermisst.

Absturzunsache ungeklärt

Der Helikopter vom Typ Sikorsky S-76 war kurz nach dem Start von Tallinn nach Helsinki aus noch ungeklärter Ursache ins Meer gestürzt. Alle Zwölf Passagiere aus Finnland, Estland und den USA sowie die beiden finnischen Piloten wurden in dem Wrack in knapp 50 Metern Tiefe eingeschlossen.

Unter den zwölf Passagieren an Bord waren sechs aus Finnland, vier aus Estland und zwei aus den USA. Der Linien-Hubschrauber vom Typ Sikorsky S-76 C war am Mittwoch wenige Minuten nach dem Start in Tallinn auf dem Weg in die rund 80 Kilometer entfernte finnische Hauptstadt Helsinki in die Ostsee gestürzt.

Der estnische Verkehrsminister Edgar Savisaar sagte der Nachrichtenagentur BNS, nach ersten Untersuchungsergebnissen könne man schlechte Wetterbedingungen oder Fehler der Piloten als Unglücksursache weitgehend ausschließen. Beide galten als erfahren. Unter anderem hatte der 51-jährige Peter Frederiksson 1994 als Hubschrauberpilot an der Rettungsaktion für Überlebende beim Untergang der Ostseefähre "Estonia" mitgewirkt. 137 Reisende überlebten die Katastrophe, 852 Menschen kamen ums Leben.

Fluglinie hat Betrieb wieder aufgenommen

Die kleine Fluggesellschaft Copterline nahm weniger als 24 Stunden nach dem Absturz eines ihrer beiden Hubschrauber am Donnerstag die Linienflüge zwischen Tallinn und Helsinki wieder auf. Alle Opfer würden zur Obduktion zunächst nach Tallinn gebracht, teilten die Behörden mit. Das Hubschrauberwrack soll innerhalb einer Woche gehoben und in die zehn Kilometer entfernte estnische Hauptstadt gebracht werden. (APA/dpa)