Berlin - Die deutsche Regierung hat sich sehr besorgt über die Entwicklung im Atomstreit mit dem Iran geäußert. "Wir befinden uns in einer kritischen Phase des Prozesses", sagte Regierungssprecher Bela Anda am Mittwoch in Berlin zur Wiederinbetriebnahme der iranischen Atomanlage bei Isfahan.

Anda kritisierte, dass die neue iranische Regierung umfassende Angebote der Europäer zur Zusammenarbeit "nach offensichtlich nur kurzer und wohl auch nach oberflächlicher Prüfung" zurückgewiesen habe. Gleichwohl hoffe die Bundesregierung weiterhin, "dass Iran dennoch den Weg der Vernunft einschlägt".

Die deutsche Regierung begrüßt laut Anda die vom neuen iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad angedeutete Bereitschaft zu neuen Verhandlungen in der Atomfrage. Sie forderte die Regierung in Teheran zugleich auf, zum "Status quo ante", also zum Zustand vor der Wiederinbetriebnahme der Atomanlage bei Isfahan, zurückzukehren und das von Deutschland, Frankreich und Großbritannien vorgelegte europäische Verhandlungsangebot "nunmehr ernsthaft und konstruktiv" zu prüfen. "Nur so kann die internationale Gemeinschaft Vertrauen in die Bekundungen des Iran bekommen, dass sein Uranprogramm ausschließlich friedlichen Absichten diene oder dienen soll", sagte der Regierungssprecher.

Anda betonte, Verhandlungen blieben aus Sicht Berlins "der einzige konstruktive Weg zur Lösung dieser Frage". In diesem Sinn äußerte sich auch der Sprecher des Auswärtigen Amts, Walter Lindner. Lindner kritisierte ebenfalls die Wiederinbetriebnahme der Anlage von Isfahan als "Schritt in die falsche Richtung" und sprach von einer "besorgniserregenden Entwicklung". (APA)