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Foto: APA/Robert Jaeger
Wien – Mit dem UN-Job für Natalia Corrales-Diez befasst sich nun der Nationalrat: Die Grünen stellen bei der Sondersitzung heute, Donnerstag, eine Anfrage in der Sache. Deren außenpolitische Sprecherin, Ulrike Lunacek, will unter anderem wissen, ob Finanzminister Karl-Heinz Grasser im Herbst 2004 im Außenamt für seine damalige Verlobte interveniert hat. Auch die genauen Auswahlmodalitäten sollen geklärt werden.

Frau Corrales-Diez ist für eine Stelle als Junior Professional Officer (JPO) bei der Unido, der UN-Organisation für industrielle Entwicklung, in Wien ausgewählt worden. Der Posten (Dotation mindestens 36.245 Euro pro Jahr) wird vom Außenamt im Rahmen der "multilateralen Entwicklungszusammenarbeit" (Sektion VII) bezahlt.

Das reguläre Auswahlverfahren für JPOs der multilateralen Entwicklungszusammenarbeit im Juni 2004 hat die 28-Jährige allerdings nicht bestritten, auf einer danach erstellten "Shortlist" präsentabler Kandidaten ist ihr Name nicht zu finden. Erst am‑ 27. Oktober 2004 wurde von der Sektion VII eigens für sie eine Interviewrunde anberaumt. Wenige Tage später war sie ausgewählt, wurde laut Unido vom österreichischen UN-Botschafter bei Unido-Chef Carlos Magarinos als einzige Kandidatin vorgestellt und auch prompt genommen.

Auf die im multilateralen Bereich üblichen Dreiervorschläge von Kandidaten verzichtete das Ministerium in diesem Fall. Auf Anfragen des STANDARD, hieß es zunächst, Corrales-Diez sei in einem "Pool" angeboten worden. Erst als die Unido bestätigte, dass allein die 28-Jährige als Kandidatin genannt wurde, räumte das Außenamt dieses Vorgehen ein. Aber: Weder Auswahl noch Besetzung seien ungewöhnlich, die Uni-Abgängerin und Finanzamtspraktikantin für den Posten qualifiziert. Im September soll Corrales- Diez anfangen – wenn das Außenamt bis dahin deren Gage an die Unido überwiesen hat. (DER STANDARD, Printausgabe, 11.08.2005)