Seit dem 19. Jahrhundert übt die Kultur des indischen Subkontinents eine starke Anziehungskraft auf westliche Geistesmenschen aus. Erst studierten Dichter und Denker Sanskrit oder indische Philosophie, in neuerer Zeit begeisterten sich vor allem Popmusiker (Beatles, Madonna, Norah Jones) für die östlichen Klänge.

Die Bregenzer Festspiele beauftragten in Kooperation mit der Wiener Gesellschaft für Musikfreunde das Streichensemble Triology (die Violinisten Aleksey Igudesman und Daisy Jopling und Cellist Tristan Schulze), diesen musikalischen Wechselwirkungen nachzuspüren. 2003 traten Triology schon mal bei der Festspiel-Reihe "Kunst aus der Zeit" an. In Sportdressen führten sie ihre Fußballerkomposition "The Cordoba Project" (2003) auf.

Für "The Indian Project" haben sich die Musiker auch wieder voll und ganz aufs Thema eingelassen. Sie begaben sich auf Reisen, um Techniken und Stilistiken der klassischen indischen Musik vor Ort zu studieren. Mit dem Sitar-Virtuosen Debashish Sanyal interpretieren Triology nun indische Ragas und Talas und loten die Gemeinsamkeiten östlicher und westlicher Musik aus. In welcher Kluft sie sich diesmal die Ehre geben, wird nicht verraten. (mh/ DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.8.2005)