BMW-X3-Karosserie in der Lackiererei bei Magna Steyr: Der Konzern ist pessimistisch für die nähere Zukunft.

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Wien - Der Autozulieferkonzern Magna Steyr mit Sitz im niederösterreichischen Oberwaltersdorf hat im vergangenen Quartal weniger BMW-Geländewagen und weniger "Allradler" der Mercedes E-Klasse gefertigt als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Bei der Produktion kompletter Fahrzeuge ergab sich so ein Umsatzrückgang von etwa acht Prozent.

Nach Stückzahlen hat Magna Steyr im heurigen Frühjahr freilich sogar etwas mehr Autos montiert als im Frühjahr 2004, nämlich 61.600 statt 60.300. Abgenommen hat aber die Produktion des kleinen BMW-Geländewagens X3 und von Mercedes-E 4matic, die in Graz auf "Vollkostenbasis" produziert werden (und daher bei Umsatz und Gewinn stärker zu Buche schlagen).

Stückzahlen rückläufig

Der Rückgang der Stückzahlen betrug hier zehn Prozent. Von anderen, auf "Wertschöpfungs-Basis" montierten Autos wie dem Jeep Grand Cherokee oder dem neuen Chrysler 300 wurden dagegen um 35 Prozent mehr hergestellt.

Hauptsächlich wegen eines großen Zukaufes der Firma NVG im Bereich Powertrain (Pkw-Antriebsstrang) ist der berichtete Umsatz im zweiten Quartal 2005 trotzdem um 20 Prozent gestiegen. Und auch das operative Ergebnis (Ebit) von Magna Steyr legte um 25 Prozent zu.

Hauptgrund dafür sind Kosteneinsparungen durch das Aus für den Entwicklungsauftrag des Smart-Geländewagens (DaimlerChrysler). Diese Zahlen gehen aus dem am Mittwoch veröffentlichten Quartalsbericht der Konzernmutter Magna International (82.000 Mitarbeiter) hervor.

Der Gesamtkonzern des Austrokanadiers Frank Stronach berichtete für das zweite Quartal ein geringfügig schwächeres operatives Ergebnis und zeigte sich angesichts der Krisenerscheinungen in der internationalen Autobranche für 2005 eher pessimistisch.

Weniger Gewinn pro Aktie

Wegen verstärkten Preisdrucks und Rationalisierungsaufwendungen werde der Gewinn pro Aktie niedriger ausfallen, wird prognostiziert. Der Gesamtjahresumsatz soll aber von zuletzt 20,7 Milliarden Dollar (16,7 Mrd. Euro) auf 21,6 bis 22,6 Milliarden Dollar steigen.

Obwohl der operative Gewinn von Magna International von Mai bis Juni um zwei Prozent zurückgegangen ist, berichtete der Zulieferriese ein Plus beim Nettogewinn von 20 Prozent. Dies ist laut Aussendung im Wesentlichen auf die "Privatisierungen", also den Börsenrückzug der Tochter Intier zurückzuführen. (APA, red, (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.08.2005)