Wien - Eine Lehre kann schon gezogen werden: Wer beispielsweise plant ein Stadion zu bauen, sollte sich vorher besser die dafür notwendigen Grundstücke sichern.

Frank Stronach und die Wiener Austria haben das nicht getan - seitdem wird's teuer. Kaum bekannt, steigen die Preise jener Äcker in Rothneusiedl im Süden Wiens, wo die Austria ihre neue Heimat bekommen soll. Konkret gebe es ein Grundstück, "bei dem die Preise jenseitig sind", wie der Wiener Planungsstadtrat Rudolf Schicker am Mittwoch erklärte. Zirka elf Grundbesitzer zieren sich noch. Sprich: verlangen mehr Geld für ihre Grundstücke.

"Hilfreich tätig"

Die Stadt versucht zu vermitteln. "Die Gemeinde ist in diesem Bereich hilfreich tätig", gibt sich Schicker kryptisch. Er will jedenfalls, dass bald Klarheit über den Bau des für rund 30.000 Zuschauer geplanten Stadions herrscht: "Es macht Sinn, wenn diese Entscheidung in diesem Jahr fällt." Lösen sich die Probleme mit den Grundstücken, rechnet Schicker mit bis zu fünf Jahren Planungsphase und zwei bis drei Jahren Bauzeit. Ein Scheitern gefährdet auch weitere Bauvorhaben.

So wackelt dann etwa der geplante Ausbau der U-Bahnlinie 1 nach Rothneusiedl. Bis zur Projektierung der genauen U-Bahnstrecke müsse eine Entscheidung gefallen sein, ob man die U1 zunächst bis zum Stockholmer Platz baue, oder die Anbindung an Rothneusiedl anstrebe, erklärte Schicker. Die Projektierung soll noch heuer beginnen. Ohne das Stadion werde der Bedarf für diese Strecke "wahrscheinlich zu wenig sein", meinte Schicker. Zusätzliche Sorge bereitet ihm auch der Streit um die finanzielle Beteiligung des Bundes beim U-Bahnbau.

Gekoppelte Pläne

An den Stadionbau ist außerdem auch jener einer Mehrzweckhalle gekoppelt. Schicker: "Wenn, dann macht man es an einem Ort." Die Halle war nach den Problemen bei der Eishockey-WM (schmelzendes Eis) im Mai von Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) angekündigt worden und soll auch für Kongresse genutzt werden.

Auf dem Stadiongelände soll weiters nicht nur Fußball gespielt werden. Geplant sind - neben einer Park and Ride-Anlage - Geschäfte und Gastronomiebetriebe. Projektiert sind auch Gebiete für Wohn-und Gewerbebauten. Bis zu 8000 Menschen könnten hier Wohnraum finden. (Peter Mayr, DER STANDARD Printausgabe, 11.08.2005)