Moskau - Russische Nationalisten haben eine ungewöhnliche Methode gefunden, sich für die demokratischen Revolutionen ihrer Nachbarn Georgien und Ukraine zu rächen: Kurzerhand erklärten sie zwei der damaligen Anführer, den georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili und die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko, zu den Hauptpersonen eines Pornofilms. In dem knapp halbstündigen Streifen treffen sich die beiden heimlich zu politischen Gesprächen in Moskau und anschließend zu einem handfesten Techtelmechtel in einem Hubschrauber über der russisch-georgischen Grenze. Nach Angaben von Produzent Alexander Walow beginnen die Dreharbeiten zu "Julia" in der kommenden Woche in Moskau. Die Idee zu dem Film sei ihm gemeinsam mit dem ultranationalistischen Abgeordneten Alexej Mitrofanow gekommen, sagte Walow. Der russische Popmusik-Produzent betonte, mit seinem Film keinerlei politisches Motiv zu verfolgen. Auch würden die Hauptdarsteller nur beim Vornamen genannt, um einen diplomatischen Skandal zu vermeiden. Allerdings lässt sich allein schon am schweren Haarkranz von "Julia" unschwer erkennen, wer gemeint ist. Laut Walow wird Julia vom ukrainischen Pornostar Elena Berkowa gespielt; für den männlichen Hauptdarsteller hätte er ursprünglich den Chef der nationalistischen Vaterlandspartei, Dmitri Rogosin, im Visier gehabt, doch sei dieser "zu teuer" gewesen. Die Rolle des "Michail" übernimmt nun ein unbekannter armenischer Schauspieler. (APA/AFP)