Wien - "An sich sollten die Menschen solche Durchbrüche, die in der Medizin erreicht werden, als einen rein positiven Prozess betrachten und vorbehaltslos begrüßen. Für die Stadt Wien wurden dafür die notwendigen Mittel aufgebracht und sind auch aufbringbar. Es wurde Vorsorge dafür getroffen, dass die modernsten Mittel verwendet werden können", sagte der Chef des Wiener AKH, Univ.-Prof. Reinhard Krepler zu der Diskussion über die Spitzenmedizin am Donnerstag gegenüber der APA. Trotzdem müsse es langfristig zu einer Aufstockung der Geldmittel kommen.

Krepler weiter: "Zunächst einmal ist es wichtig, dass teure Leistungen möglichst rasch in das LKF-System aufgenommen werden. Damit können sie auch angemessen 'bepunktet' werden. Es ist natürlich ohne Frage so, wie dies auch in Deutschland diskutiert wird, dass die Teilhabe an den weiteren Errungenschaften der Medizin auch mehr Geld benötigt."

Die in den vergangenen Jahren vor allem in der Onkologie erzielten Durchbrüche hätten eine völlig neue Dimension bedeutet. Der AKH-Chef: "Das ist mit den üblichen Maßnahmen wie Sparen, Personaleinsparungen und günstigerem Einkauf nicht mehr kompensierbar. Langfristig wird wahrscheinlich sowohl im ambulanten Bereich als auch in den Spitälern mehr aufgebracht werden müssen." Ein Teil der neuen Therapien könne nämlich auch durchaus außerhalb der Krankenhäuser verabreicht werden. Krepler: "Wir Mediziner wissen aber natürlich auch, dass die Lohnnebenkosten niedrig gehalten werden müssen." Man müsse langfristig gangbare Wege finden. (APA)