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Foto: AP /Markus Schreiber
Berlin - Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die Äußerung von CSU-Chef Edmund Stoiber über das Wahlverhalten in Ostdeutschland scharf kritisiert. "Ich glaube, dass Herr Stoiber damit eine Geschmacklosigkeit sondergleichen begangen hat", sagte Schröder am Donnerstag bei einer Veranstaltung von "Bild am Sonntag" in Troisdorf bei Bonn.

Stoiber verkenne, dass jeder Wähler das Recht habe, seine Stimme dort abzugeben, wo er das für richtig halte. Schröder: "Seine Äußerung ist deshalb nicht nur geschmacklos, sondern zeugt auch von mangelndem demokratischen Respekt."

Stoiber hat dem Einheitsprozess in Deutschland massiv geschadet

Schröder warf dem bayerischen Ministerpräsidenten auch vor, dem Einheitsprozess in Deutschland massiv geschadet zu haben. "Stoibers Äußerung zementiert die Spaltung und beleidigt Menschen, die ein Leben unter schwierigeren Bedingungen vorzuweisen haben, als wir es im Westen hatten", sagte er der "Sächsischen Zeitung" (Freitag). Dieses Leben dürfe man "nicht so niedermachen, wie Edmund Stoiber es getan hat", sagte Schröder.

In der "Westfälischen Rundschau" (Freitag) nannte er Stoibers Aussagen "ideologische Beschränkungen". Er stellte Stoibers Äußerung in Zusammenhang mit denen von Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) über eine angebliche Verwahrlosung des Ostens. (APA/dpa)