Innsbruck - Nach 14 Jahren engagierter Arbeit für Frauen in existenziellen Notlagen droht dem Dowas für Frauen in Innsbruck der Konkurs. Das Frauen-Dowas (Durchgangsort für wohnungs- und arbeitssuchende Frauen) ist tirolweit die einzige derartige Einrichtung, wo Frauen (auch mit Kindern) in einer Wohngemeinschaft oder einer betreuten Übergangswohnung unterkommen. Das Dowas sei schon vor vielen Jahren gezwungen worden, sich teilweise über ein Tagsatzsystem zu finanzieren, kritisiert Sozialarbeiterin Sonja Prieth. Dieser Tagsatz errechne sich aus der Differenz zwischen dem tatsächlichen Aufwand und den von Bund, Land und Stadt kommenden Subventionen. Kürzungen und Unsicherheiten bei den Bundesmitteln hätten den Tagsatz gegenüber dem Vorjahr von 281 auf 366 Schilling hinaufschnellen lassen, erläutert Prieth. Die betroffenen Frauen bekommen diese "Miete" prinzipiell vom Sozialamt, "aber je höher der Tagsatz, desto höher der Widerstand der Sozialämter". Vergleichbare Einrichtungen für Männer und Jugendliche kämen ohne derartiges System aus. Prieth verweist auch darauf, dass das Dowas seit 1994 bei gleichem Personalstand um 57 Prozent mehr Klientinnen betreut. Soziallandesrat Herbert Prock (SPÖ) will zur Lösung der Probleme "offensiv Gespräche mit der Stadt Innsbruck suchen". Das Tagsatzsystem verteidigt er: "Das Subventionssystem ist nicht beliebig ausdehnbar." Insofern seien Tagsätze zwar "unangenehm", würden aber eine "Sicherheit gegen willkürliche Kürzungen" darstellen. Prieth kann dem wenig abgewinnen und sieht das Dowas als Opfer eines Machtkampfes zwischen Land und Stadt, bei dem Prock mit den Tagsätzen Innsbruck zu einem höheren Anteil an den Kosten zwingen möchte. (hs)