Wien - Nachdem die Mobilfunkbetreiber die Mehrkosten für Telefonate in, von und nach Niederösterreich aufgrund der neuen Handymastensteuer mit zehn bis 15 Prozent beziffert haben, kann die reale Auswirkung auf Kunden anhand von Beispielen besser abgeschätzt werden. Die Grünen in Niederösterreich, die gegen die Abgabe votiert haben, rechnen anhand der (real existierenden) Familie K. in Baden die Mehrkosten vor.

Die Eltern und drei Kinder zwischen zehn und 14 umfassende Familie hat vier Handys mit einem Telering-Familientarif, was jährliche Handykosten von 1140 Euro bedeutet - bei 15 Prozent "Handymaut" wären das jährlich 171 Euro mehr, bei zehn Prozent immer noch 114 Euro. Im IT-Betrieb von Herrn K. verursachen vier Firmenhandys 2640 Euro jährlich Kosten; für den Betrieb bedeutet das ab 2006 Mehrkosten von 264 bis 396 Euro.

Die Verantwortung für diese "wirtschaftspolitische völlig falsche Abgabe trägt Landeshauptmann Erwin Pröll", kritisiert die Grünen-Klubobfrau Madeleine Petrovic. Die Handymastensteuer würde Arbeitsplätze gefährden und den Wettbewerb verzerren.

Die (politische) Sicht aus Niederösterreich wird auch vom Telekomexperten des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Hannes Leo, geteilt. Die Steuer wirkt "stark diskriminierend in Hinblick auf kleinere Anbieter", sagte Leo im Ö1-Morgenjournal. Der einfach nachzuvollziehende Grund: Die Abgabe wird auf Sendeanlagen eingehoben, ist also im Wesentlichen für alle Betreiber gleich groß - aber wer weniger Kunden hat, muss sie auf weniger Köpfe aufteilen und hat daher höhere Belastungen pro Teilnehmer. Die Mastensteuer werde nicht spurlos vorübergehen sondern reale Effekte haben, konkret beziffern lasse sich der Schaden derzeit jedoch noch nicht. (Spudich, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.8.2005)