Moskau - Die russische Regierung hat die Ratifizierung des Grenzabkommens mit dem baltischen Nachbarland Estland abgelehnt. Ministerpräsident Michail Fradkow habe den Erlass zum Ausstieg aus dem Grenzabkommen unterzeichnet und Präsident Wladimir Putin gebeten, Estland über die Entscheidung zu informieren, teilte die Regierung am Samstag auf ihrer Internet-Seite mit.

Außenminister Sergej Lawrow hatte bereits im Juni gefordert, das am 18. Mai unterzeichnete Abkommen wegen nachträglichen Einträge des estnischen Parlaments nicht zu ratifizieren. Die nachträgliche Eintragungen beziehen sich russischen Diplomaten zufolge indirekt auf die sowjetische Besatzungszeit und geben Entschädigungsforderungen Raum.

Die Beziehungen zwischen Russland und Estland haben sich in den letzten Jahren verschlechtert. Dabei geht es auch um die Zeit der sowjetischen Besatzung geführt, die von Putin als Befreiung bezeichnet wird. Sowjetische Streitkräfte hatten Estland 1940 bis zum Angriff der Sowjetunion durch Deutschland besetzt. 1944 kehrten die sowjetischen Truppen zurück. Bis 1991 war Estland Teil der Sowjetunion. (APA/Reuters)