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Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU, re) zeigt Edmund Stoiber das Stopp-Zeichen.

Foto: Reuters /Schwarz
Hamburg - Beim Strategietreffen der Union im Berliner Adenauerhaus ist es nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" am Mittwoch zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) und Bayerns Regierungschef Edmund Stoiber (CSU) gekommen. Das schrieb das Blatt unter Berufung auf Teilnehmerkreise.

Wulff habe massive Kritik an Stoibers Verhalten im Wahlkampf geäußert. So lasse er Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) nicht häufig genug den Vortritt. Die für kommende Woche geplante Vorstellung des Wahlkampfteams müsse allein Sache der Spitzenkandidatin sein. Stoiber hatte zuvor bereits zwei Mitglieder öffentlich genannt. Außerdem forderte Wulff der Zeitung zufolge, es müsse Schluss sein mit Angriffen aus der Schwesterpartei. Schlagzeilen wie "CSU kritisiert CDU" verbitte er sich. Wulff erinnerte Stoiber daran, wie loyal die CDU ihn 2002 als Kanzlerkandidat unterstützt habe. Die gleiche Loyalität erwarte er nun von der CSU.

"Ich lasse mich nicht unter Druck setzen!"

Stoiber habe wütend auf die Kritik reagiert. Mehrmals, so hieß es laut "Bild am Sonntag" in Teilnehmerkreisen, rief der CSU- Vorsitzende: "Ich lasse mich nicht unter Druck setzen!" Dies gelte auch für die Frage, ob er nach Berlin gehe oder als Ministerpräsident in München bleibe. Stoibers Ausbruch habe in der Runde für Unverständnis und Kopfschütteln gesorgt, berichtet die Zeitung.

Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) forderte unterdessen Stoiber auf, von nun an im Wahlkampf einen Bogen um den Osten zu machen. Die Aussagen Stoibers zum Wahlverhalten der Ostdeutschen seien schlimm, sagte Schönbohm der "BZ am Sonntag". Der bayerische Ministerpräsident solle sich um die Bundestagswahl in den alten Ländern kümmern. "Wir kümmern uns um die neuen Länder. Dabei sollte er uns nicht in die Quere kommen", warnte der CDU-Politiker, der erst kürzlich selbst wegen Äußerungen zu den Folgen des DDR-Systems in die Kritik geraten war. (APA/dpa)