Bochum - Das Kulturfestival Ruhrtriennale wird auch von der neuen schwarz-gelben Landesregierung weitergeführt. "Ein Beschluss über den dritten Durchgang von 2008 bis 2010 soll bereits in einer der nächsten Kabinettssitzungen fallen", kündigte Kultur-Staatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff am Dienstag in Bochum an. Dafür solle zumindest die derzeitige Förderung von 38,5 Millionen Euro bereitgestellt werden. Einen Bau neuer Spielstätten in Industrie-Denkmälern werde es allerdings nicht geben.

"Wir wollen uns auf den Ausbau der bestehenden Spielstätten konzentrieren und keine neuen Leuchttürme setzen", betonte Grosse-Brockhoff. Wie bei der Bewerbung um die Auszeichnung des Ruhrgebiets als "Kulturhauptstadt Europas 2010" müsse die Zusammenarbeit des Festivals mit der Wirtschaft vertieft werden. "Wir wollen auch in der Kultur mehr Public Private Partnership", sagte der Kulturstaatssekretär.

Flimm und die Wechselhaftigkeit der Zusammenarbeit

Ruhrtriennale-Intendant Jürgen Flimm betonte, die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft funktioniere bereits besser als unter seinem Vorgänger Gerard Mortier. Die Spielstätten wie etwa die Bochumer Jahrhunderthalle seien bislang nur ungenügend technisch ausgerüstet. "Daher müssen wir neben der Halle selbst auch noch jeden einzelnen Scheinwerfer anmieten", sagte der Intendant. Von dem 38,5 Millionen-Budget blieben daher nur rund sechs Millionen Euro für die Produktionen übrig.

"Wenig ermutigend" verlaufe dagegen die Zusammenarbeit mit den anderen Theatern und Festivals der Region, berichtete Flimm. Da gebe es häufig abweichende Konzepte oder gar Eifersucht. So hätten sich die Ruhrfestspiele sogar geweigert, die Programme der Ruhrtriennale auszulegen. "Seitdem gibt es mit Recklinghausen gar keinen Kontakt mehr."(APA/dpa)