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APA/Pfarrhofer/red
Die Situation am Arbeitsmarkt ist seit Jahren prekär, die Aussicht auf Erholung scheint trüb. Klassen- und spartenübergreifend wird um Billigjobs gekämpft, um überhaupt noch am Ball zu bleiben. Egal an welchem "Ende" der sozialen Skala werden - wenn möglich mehrere - geringfügige Beschäftigungen angenommen, um zumindest den Zahnärztinnenbesuch cofinanziert zu bekommen.

Fertige AkademikerInnen bewachen für 5 Euro 20 brutto Ausstellungen in Landesmuseen, um zumindest im wissenschaftlich-künstlerischen Bereich bleiben zu können. Und - na klar - um die Miete zu bezahlen. Kompetente IT-Kräfte müssen am langen Ende der Webhysterie nach einem Dasein als "neue Selbständige" mit 150 Euro Arbeitslosengeld um die Runde kommen, während andere gar nichts mehr bekommen, weil sie ihr Doktorat beenden wollen.

Da Frauen ...

... ja noch immer um ein Drittel weniger verdienen, scheint es auch kaum verwunderlich, dass sich vor allem Frauen in diesen prekären Beschäftigungen wiederfinden. Wenn jemand, zum Beispiel nach der Geburt eines Kindes oder aufgrund der Pflegebedürftigkeit älterer Familienmitglieder zu Hause bleiben muss, sind es auch hier zumeist die Frauen. Das wirkt sich sowohl potentiell - "Haben Sie vor, in nächster Zeit eine Familie zu gründen?" - als auch aktuell - zum Beispiel beim Wiedereinstieg - negativ auf die Chancen von Frauen aus.

Bereits am Weg zur Ausbildung ...

... wirkt sich der "Gender Gap" aus: junge Mädchen, die längere Zeit keine Lehrstelle finden können, geben oft auf, bleiben zu Hause, "warten" quasi auf die "unvermeindliche" Ehe und "verschwinden" so überdurchschnittlich oft aus der Arbeitsmarktstatistik. Oder sie nehmen die bereits erwähnten prekären Beschäftigungen an, die keine Arbeitslosenversicherung und nur marginale Pensionszeiten gewährleisten. Und das waren 2004 immerhin um 5,6 Prozent mehr als im Jahr davor.

Und dennoch: allein in Oberösterreich waren im Juli 2005 mehr als 15000 arbeitssuchende Frauen gemeldet. Während sich die Zahl der arbeitssuchenden Männer mehr oder minder stabilisiert, steigt die österreichweite Frauenarbeitslosigkeit von 5,2 im Jahre 2004 auf über 6 Prozent. Auch die Zahl der SozialhilfeempfängerInnen stieg bedenklich, seit 2000 um 40 Prozent.

Selbst Ursula Haubner, ...

... ihres Zeichens Österreichs Sozialministerin nach Haiders Gnaden, sieht den Zusammenhang zwischen niedriger Bildung und steigenden Arbeitslosenzahlen. Dennoch wird anstatt in Qualifizierung - und damit in steigende Kompetenz, Selbstbewusstsein und Selbstachtung, der Möglichkeit eines neuen Weges etc. - in schlechtbezahlte Jobs investiert. Anstatt in Qualifikation will Wirtschaftsminister Bartenstein - seines Zeichens Unternehmer und zumindest Schilling-Millionär - Jobs, die dermaßen unterbezahlt sind, dass niemand sie annehmen will oder kann, mit öffentlichen Geldern auffetten. Diese Jobs sollen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern.

Auch wenn das abgedroschen klingen mag und es eigentlich schon alle wissen: weltweit wächst das Vermögen gerade in männlicher Hand rasant - auch wenn die Queen und Leseratte Viktoria Beckham da in eine andere Richtung schlagen. Die Löhne stagnieren oder nehmen ab. Frauen als typische ArbeitnehmerInnen können in dieser Entwicklung nur verlieren. Apropos verlieren: im Bereich der Qualifizierungsmaßnahmen wurden zwischen 2003 und 2004 an die 40 Millionen Euro eingespart. Da würden sich doch ein paar schlecht bezahlte Jobs draus ausgehen ...

(e_mu)