Wien - Nur vier Tage nach der Kollision von fünf Schiffen auf der Donau hat sich Dienstag am Abend in Wien neuerlich ein Schiffsunglück ereignet. Gegen 20.30 Uhr rammte ein Schleppverband den Mittelpfeiler der Ostbahnbrücke in Stadlau. Der Unfall ging aber glimpflich aus. Die Eisenbahnbrücke wurde nicht wesentlich beschädigt und nach einer Überprüfung bald wieder für den Verkehr freigegeben.

Die Feuerwehr stand im Großeinsatz: 65 Mann brachten die Mannschaft der insgesamt vier Kähne in Sicherheit und verhinderten ein zunächst befürchtetes Auseinanderbrechen des Schleppverbandes, was einen Ölteppich auf der Donau zur Folge hätte haben können.

Als ein möglicher Auslöser des Unfalls wurde von Behördenseite die Hochwassersituation auf der Donau angesehen. Laut Hochwasserdienst der MA 45 betrug der Pegel bei Korneuburg zum Unfallzeitpunkt 5,31 Meter. Bis Mitternacht wurde mit einem Ansteigen auf knapp sechs Meter gerechnet.

Nach Angaben der Wasserstrompolizei stellte sich heraus, dass der Schleppverband den Brückenpfeiler nur gestreift hat. Kahn und Pfeiler trugen lediglich "Kratzer" davon, sagte ein Sprecher der APA. Die Mannschaft des Schleppverbandes habe schnell reagiert und kurz vor dem Zusammenstoß noch rasch den Anker ausgeworfen. Dadurch sei ein schwererer Aufprall verhindert worden.

Danach schaffte es der Verband noch selbstständig bis zum Ufer. In der Nacht lagen die Kähne am Donaustrom auf der Seite der Donauinsel vor Anker.

Der betroffene Brückenpfeiler wurde nach einer Begutachtung durch die MA 29 (Brückenbau) bereits wieder freigegeben. Die Bundesbahnen hatten als Folge des Unfalls die Strecke stillgelegt. Eine Wiederaufnahme der Bahnverbindung sollte nach einer Überprüfung durch den ÖBB-Streckendienst erfolgen.

Es handelte sich um das zweite Schiffsunglück auf der Donau in Wien innerhalb weniger Tage: Am vergangenen Freitag waren in der Nähe der Reichsbrücke fünf Boote zusammengestoßen. Auslöser des Unfalls, bei dem ein Mann leicht verletzt wurde, soll ein Elektronikausfall bei dem Passagierschiff "Viking Star" gewesen sein, das mit 160 Passagieren aus Preßburg gekommen war.(APA)