Santiago - Der Kongress in Chile hat am Dienstag mehrere Verfassungsänderungen verabschiedet und damit Regelungen aus der Zeit des früheren Militärmachthabers Augusto Pinochet abgeschafft. Damit sei Chile wieder ein vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft demokratischer Staaten geworden, sagte Präsident Ricardo Lagos. Der Text soll am 17. September in Kraft treten.

Änderungen

Den neuen Regelungen zufolge hat der Präsident künftig wieder das Recht, ranghohe Militärkommandeure zu entlassen. Außerdem wurden neun Senatsämter abgeschafft, von denen vier ehemaligen Militär- und Polizeikommandanten zustanden. Die Amtszeit des Präsidenten wurde von sechs auf vier Jahre reduziert, das Staatsoberhaupt darf sich zudem nicht sofort einer Wiederwahl stellen. Der von Pinochet eingerichtete Nationale Sicherheitsrat wurde in seinen umfassenden Rechten deutlich beschnitten und hat künftig nur noch beratende Funktion.

Die chilenische Verfassung stammt aus Pinochets Zeit und gilt seit 1980, nachdem sie in einer von der damaligen Opposition heftig kritisierten Volksabstimmung gebilligt wurde. Für die jetzigen Änderungen stimmten 150 Abgeordnete, drei waren dagegen, einer enthielt sich. (APA/AP)