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Robert Turner vom "Black Rebel Motorcycle Club"

Foto: APA/EPA/REGINA KUEHNE

Wien/Nashville - Als "Retter des Rock 'n' Roll" wurde der Black Rebel Motorcycle Club bei Erscheinen des Debütalbums gefeiert. Vier turbulente Jahre später und nach der Trennung von der Plattenfirma Virgin bringt die US-Band am 22. August die dritte Platte bei einer Independent-Firma heraus. "Es war schon schmeichelhaft, wie über uns berichtete wurde, aber Retter waren wir nie. Können wir auch gar nicht sein", sagte Gitarrist und Sänger Peter Hayes in einem Interview mit der APA. Der BRMC sieht sich nämlich nicht als Wegbereiter: "Wir sind kein Trend, sondern eine Band, die gerne Rock 'n' Roll spielt."

Die CD "Howl" (edel) zeigt jetzt eine andere Seite der Gruppe: Keine dröhnende Gitarren, sondern akustische Klänge sind zu hören. Der Stil bewegt sich in Richtung Blues, Country und Americana. "Wir werden auch weiterhin laut spielen", betonte Hayes. "Die akustische Seite war immer ein Teil der Band. Wir haben immer schon solche Lieder komponiert. Nur haben sie einfach nicht auf die Platten gepasst. Sie hätten zwischen den Rocknummern wie Fremdkörper gewirkt."

"Wir sind diesmal die Sache von Grund an anders angegangen. Wir wollten ganz bewusst ein akustisches Album aufnehmen. Die Songs stammen zum Teil aus der Zeit vor der Produktion unseres Debüts. Statt der Gitarren haben wir einige zum Teil recht eigenartige Instrumente verwendet. Wir wollten uns nicht beschränken. Auf Streicher haben wir allerdings ganz bewusst verzichtet", erzählte der Musiker.

Es ging nicht um eine radikale Kehrtwendung, versucht Hayes zu beschwichtigen: "Wir wollen mit diesem Album niemanden vor den Kopf stoßen, sondern bloß etwas anderes ausprobieren. Es ist traurig, dass sich heutzutage eine Band dafür rechtfertigen muss, wenn sie sich nicht wiederholt. Dass sie fürchten muss, dass die Fans ein neues Album nicht mögen, weil es sich nicht wie ein Aufguss anhört. Und dass sie deswegen vielleicht von der Plattenfirma fallen gelassen wird." Über die Texte, die nun besser zur Geltung kommen, sagte Hayes: "Rock 'n' Roll ist mehr als Sex, Geld und Drogen. Zumindest sehen wir das so. Unsere Texte bestehen nicht nur aus Klischees."

Zurück zum Small-Town-Girl

Nach ihren Megahits "Breathe" und "Cry" hat sich Faith Hill Zeit gelassen mit einem neuen Album. Nach zweijähriger Produktionszeit ist jetzt "Fireflies" (Warner) erschienen, und Hill bringt darauf Zurückhaltung. Ihr Markenzeichen, die Soulstimme, fährt sie stark zurück und verlässt sich stattdessen auf Grooves und gedämpften Gesang.

Inhaltlich besinnt sie sich auf ihre kleinstädtische Herkunft aus Mississippi. "Sunshine & Summertime" etwa ist mit seiner Mischung aus Banjos, Pauken und Latino-Rhythmen als Hymne für eine Strandparty konzipiert. In Stücken wie "Dearly Beloved", das von einer unglücklichen Ehe handelt, kehrt Hill zu Country-Klängen zurück.

In den USA stieg "Fireflies" denn auch gleich auf Platz eins in die Billboard-Charts ein. In der ersten Single, dem biografischen "Mississippi Girl", singt Hill, die aus der kleinen Ortschaft Star in der Nähe von Jackson stammt.

Im einem Interview mit der Agentur AP sagte die 37-Jährige, dass sie sich von ihren Country-Wurzeln eigentlich nie entfernt habe. "Mit 'Cry' habe ich einfach eine künstlerische Platte gemacht", sagt sie. "Ich hatte nie vor, die Country-Musik zu verlassen und zu vergessen, wo ich herkomme." (APA/AP)