Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hat den Angriff eines Siedlers am Mittwoch auf Palästinenser im Westjordanland als "jüdischen Terror" verurteilt. Dessen Ziel sei es, den Abzug aus dem Gazastreifen zu stoppen. Bei dem Angriff in der Nähe der jüdischen Siedlung Shilo wurden vier Palästinenser getötet. Der Täter wurde festgenommen.

Der Israeli war Fahrer in der Siedlung und fuhr jeden Tag palästinensische Arbeiter in das Gewerbegebiet der Siedlung. Am Mittwoch fuhr er mit zwei Arbeitern bis zu einem Posten, nahm dort einem Wachmann mit vorgehaltenem Messer die Waffe ab und erschoss die beiden Palästinenser aus nächster Nähe. Dann feuerte er weiter wahllos um sich. Zwei weitere verwundete Palästinenser erlagen später ihren Verletzungen. Die militante palästinensische Bewegung Hamas hat Vergeltung angekündigt.

"Anschlägen ein Ende machen"

Die palästinensische Führung verurteilte die Tat aufs Schärfste. Ihr Unterhändler Saeb Erekat forderte die israelische Regierung auf, "Anschlägen dieser Art ein Ende zu machen".

Zuletzt hatte ein israelischer Armee-Deserteur Anfang des Monats in einem Autobus im Norden Israels vier israelische Araber erschossen. Der Todesschütze war danach von einer arabischen Menge gelyncht worden.

Abbas mahnt zu Zurückhaltung

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas verurteilte die Ermordung am Mittwoch scharf, mahnte zugleich aber zur Zurückhaltung. Abbas verurteile das "Verbrechen" als Versuch, den Gaza-Abzug zu "sabotieren", sagte ein Sprecher der Autonomiebehörde. Die Palästinenser sollten sich zurückhalten und sich "nicht von solchen Verbrechen provozieren lassen", sagte er weiter. (APA/dpa/AP)