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Foto: AP/Marquez
Noumea/Neukaledonien - Nicht nur die Gewässer rund um Europa und Nordamerika werden konsequent leergefischt. Nun sind auch die nahezu unendlichen Weiten des Pazifischen Ozeans davon betroffen: Umweltgruppen wie Greenpeace fordern daher Fangquoten für die wichtigsten Nahrungsmittel der lokalen Bevölkerung, den Tunfisch, berichtet das Pacific Magazine. Betroffen vom Rückgang sind die Regionen West- und Zentralpazifik.

Anders als in Europa sind Fische für die Bewohner der Region lebensnotwendig. Sie sind seit Jahrtausenden eine Nahrungsquelle für Polynesier, Mikronesier und Melanesier. Die beiden Arten, Großaugen- und Yellowfin-Tuna, zählen nicht nur zu den wertvollsten Speisefischen, sondern auch zu den bevorzugtesten. Nach Angaben von Lagi Toribau von Greenpeace sind starke Rückgänge bei beiden Arten verzeichnet worden. Wissenschaftler haben den Rückgang durch Überfischung bestätigt. Die Umweltgruppe Greenpeace hat Beobachterstatus bei der Western and Central Pacific Fisheries Commission, die Aktivitäten der Fischerei in der Region reguliert. Beim ersten Treffen des Scientist Committee wurden Schritte einer einheitlichen Fischereipolitik für die Region bestätigt. Bis Dezember sollen genaue Fangquoten ausgearbeitet werden. In den Richtlinien soll neben der Fangquote auch die Fangmethoden festgelegt werden.

In den vergangenen Jahren hatte die Wirtschaft zahlreicher kleiner Inselnationen unter den Zusammenbruch der Tunfischindustrie gelitten. Tunfische gehören weltwirtschaftlich zu den wichtigsten Nutzfischen. Wegen ihres hervorragend schmeckenden Fleisches sind sie sehr begehrt. Allein in Japan werden jährlich ewa 65.000 Tonnen Tunfisch gefangen, in den USA etwa 18.000 Tonnen. Dass fast alle kommerziell genutzten Tunfische zu stark befischt werden und dadurch bedroht sind, wird offensichtlich, wenn man die Preisentwicklung einer kleinen Konservendose vergleicht. Im Jahr 1988 kostete diese etwa 0,35 Euro, 2005 nahezu das Dreifache. (pte)