Rom - Die Flüchtlingswelle von Nordafrika nach Italien reißt nicht ab: Am Donnerstag seien erneut 145 illegale Einwanderer auf der süditalienischen Insel Lampedusa angekommen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Die Küstenwacht habe sie von ihrem 15 Meter langen Boot an Land gebracht, hieß es. Ihre Herkunft war noch unklar.

Erst am Mittwochabend waren 188 wahrscheinlich aus afrikanischen Ländern stammende Flüchtlinge auf Lampedusa gelandet. Sie waren vor der Küste ins Meer gesprungen, um an Land zu schwimmen. Dabei sei ein Einwanderer ertrunken, hieß es. Derzeit befänden sich rund 370 Flüchtlinge auf Lampedusa.

Wegen des akuten Platzmangels werden ankommende Immigranten regelmäßig in Aufnahmezentren auf Sizilien gebracht. Zahlreiche Flüchtlinge werden seit rund einem Jahr aber kurzerhand wieder ausgeflogen, die meisten von ihnen nach Libyen. Innenminister Giuseppe Pisanu hatte diese viel kritisierte Abschiebepraxis eingeführt, um der enormen Migrationswelle zu begegnen. Allein seit Anfang des Jahres wurden so bereits 4.000 Menschen abgeschoben, die meisten von ihnen Ägypter und Rumänen, berichteten Medien zuletzt. (APA/dpa)