Potsdam - Im Fall der neun getöteten Babys von Brieskow- Finkenheerd (Brandenburg) hat die Staatsanwaltschaft bisher 160 Zeugen vernommen. Viele von ihnen müssten ein zweites Mal vorgeladen werden, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt aus Frankfurt (Oder), Carlo Weber, am Donnerstag in Potsdam. Für die Staatsanwaltschaft sei die Aufarbeitung des Falls eine Art Puzzlespiel, betonte Weber. Es werde ein Zeitraum von mehr als einem Jahrzehnt aufgearbeitet, die Ermittlungen müssten äußerst sensibel geführt werden. Sabine H. soll zwischen 1988 und 1999 neun Kinder zur Welt gebracht und anschließend getötet haben. Die sterblichen Überreste der Säuglinge waren Ende Juli in Blumenkästen und -kübeln auf dem Grundstück der Eltern der Frau in Brieskow-Finkenheerd entdeckt worden. Die Frau hülle sich inzwischen in Schweigen, ihre Anwälte arbeiteten sich noch in den Fall ein, sagte Weber. Auch bei den ersten Vernehmungen habe es bei ihr erhebliche Erinnerungslücken gegeben. Gegen ihren Ex-Mann gebe es gegenwärtig keinen Verdacht, an den Kindstötungen mitgewirkt zu haben. (APA/dpa)