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Foto: Reuters/Karpukhin
Quito/Singapur - Wegen der anhaltenden gewalttätigen Auseinandersetzungen um die Öleinkünfte in Ecuador hat der Staatskonzern Petroecuador am Donnerstag seine Förderung beendet. Der Ölpreis steigt. Im asiatischen Handel erhöhte sich der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI um 42 Cent auf 63,69 US-Dollar. Am Vortag war der Ölpreis noch zeitweise unter 63 Dollar gefallen.

Neben der Lage in Ecuador habe aber auch die Wettervorhersage in den USA den Ölpreis belastet, sagten Händler. Es soll in den kommenden Tagen besonders heiß werden. Dies dürfte den Energieverbrauch durch Klimaanlagen und damit die Rohölnachfrage weiter verstärken.

"Die Produktion von Petroecuador hat einen schwindelerregenden Fall hinter sich", sagte der Präsident des Landes, Alfredo Palacio, in einer Fernsehansprache. Die Förderung, die noch am Samstag vergangener Woche bei 201.000 Barrel pro Tag gelegen sei, sei am Mittwoch bei 30.000 Barrel pro Tag angekommen und am Donnerstag schließlich bei null gelandet.

Verluste bis zu 443 Millionen Dollar

Staatschef Palacio warnte vor Verlusten von bis zu 443 Mio. Dollar (363 Mio. Euro), wenn die durch "Sabotage" entstandenen Schäden nicht bis Ende Oktober behoben würden. Nach Angaben von Petroecuador ist die gesamte Ölförderung im Amazonasgebiet durch die Proteste beeinträchtigt. Seit Montag halten hunderte Bewohner der beiden Provinzen Sucumbios und Orellana mehr als 200 Bohrlöcher sowie zwei Flughäfen besetzt. Sie wollen eine gerechtere Verteilung der Öleinkünfte erzwingen.

Obwohl die Regierung über beide Provinzen den Notstand verhängte, gingen die Aktionen auch am Donnerstag weiter. Privatfirmen, die in der Region zusammen auf ein Fördervolumen von 300.000 Barrel pro Tag kommen, signalisierten allerdings zunächst weiter keine Probleme.

Ecuador ist Südamerikas fünftgrößter Erdölproduzent; mehr als die Hälfte der Exporte gehen in die USA. Im vergangenen Jahr bescherten die Ölexporte dem Land Einnahmen in Höhe von 3,9 Mrd. Dollar. (APA/AFP/dpa)